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«Es hat vom ersten Ton an gepasst»

Nostalgie am Eiger Rock & Folk Festival: Die Hardrockband Crossfade mit Daniel Kandlbauer, Georg Schlunegger, Thomas Gertsch und Nils Homberger lässt mit einem Revival-Konzert vergangene Zeiten aufleben.

Eine Teenagerband feiert ein Revival: Crossfade mit Georg Schlunegger, Daniel Kandlbauer, Nils Homberger und Thomas Gertsch (v. l.) spielen diesen Freitag am Eiger Rock & Folk Festival in Grindelwald.
Eine Teenagerband feiert ein Revival: Crossfade mit Georg Schlunegger, Daniel Kandlbauer, Nils Homberger und Thomas Gertsch (v. l.) spielen diesen Freitag am Eiger Rock & Folk Festival in Grindelwald.
Christoph Buchs

Dreizehn Jahre ist es her, dass sich Crossfade offiziell aufgelöst hat. Im Jahr 2005 hatte ihr Leadsänger Daniel Kandlbauer über das Castingformat «Musicstar» im Schweizer Fernsehen nationale Bekanntheit erlangt. Kandlbauer wurde Zweiter, erhielt einen Plattenvertrag, ging ins Studio und veröffentliche noch im selben Jahr sein erstes Soloalbum «Home».

Kandlbauers Solokarriere und das Weiterbestehen von Cross­fade waren nicht kompatibel. Ausserdem hatte Bassist Nils Homberger eine Ausbildung begonnen, und Schlagzeuger Georg Schlunegger dislozierte nach Berlin. Die Auflösung war ein logischer Schritt.

Chartstürmer in der Band

Nun also das Revival, das Wiederaufleben vergangener Zeiten, «alter» Musik. Warum dieses Konzert? «Die Initiative kam von unseren Fans», sagt Kandlbauer. Irgendjemand erstellte auf Facebook die Seite «Crossfade Revival» mit einer ständig grösser werdenden Anhängerschaft. Der Zeitpunkt jetzt sei günstig, sagt der Sänger. Die Gründung der Band liegt genau zwanzig Jahre zurück.

Damals, im Jahr 1998, war Kandlbauer ein 15-jähriger Schüler, die Kollegen Schlunegger am Schlagzeug, Homberger am Bass und Thomas Gertsch an der Gitarre nur unwesentlich älter. Hardrock mit englischen Texten war ihr Ding. Sieben Jahre rockten sie die regionalen Bühnen, veröffentlichten zwei Alben. Dann war Schluss.

Immerhin: Drei Viertel der Band blieben der Musik treu. ­Natürlich Daniel Kandlbauer (35), aber auch Georg Schlun­egger (37), der heute ein ange­sehener Musikproduzent ist und mit seinem Männerchor Heimweh die Charts stürmte. Thomas Gertsch (39) spielte mit seiner Gitarre in verschiedenen Bands und greift aktuell bei Hamschter in die Saiten.

Einzig im Leben des 40-jährigen Nils Homberger spielt die Musik seit der Auf­lösung von Crossfade keine grosse Rolle mehr. Er habe seit vielen Jahren keine Bassgitarre mehr in den Händen gehabt. Doch für diese Wiedervereinigung habe er «scho chlei güebt». Homberger ist übrigens der Einzige in der Band, der noch immer in Grindelwald wohnt.

Nervosität war spürbar

Aus den Teenagern von damals sind erwachsene Männer, teilweise Familienväter geworden, die mit beiden Beinen im Berufsleben stehen. Als man jüngst mit den Proben für die Wiedervereinigung begonnen hatte, sei bei allen eine gewisse Nervosität spürbar gewesen, sagt Georg Schlunegger. «Doch sofort war klar: Wir machen dort weiter, wo wir damals aufgehört haben. Es hat vom ersten Ton an gepasst.» Somit dürfen sich die Fans von Crossfade auf den Freitagabend freuen.

«Die Songs sitzen», sagt Daniel Kandlbauer. «Man merkt, dass wir in einem Alter zusammen spielten, in dem man sehr aufnahmefähig war.» Das musikalische Flair würden alle vier mitbringen. «Das Konzert wird mit Sicherheit ein grosser Spass.» Es wird jedoch bei diesem einen Konzert bleiben; weitere Auf­tritte sind nicht geplant. «Erst wenn wir alle wirklich graue Haare haben, muss es wohl nochmals sein», sagt der Frontmann augenzwinkernd.

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