Elf Flüchtlingsfamilien sind einquartiert

Zweisimmen

Seit zwei Wochen werden im Durchgangszen­trum Ferienlager Märithalle in Zweisimmen Asyl suchende Familien einquartiert. Die Solidarität seitens der Bevölkerung ist gross. Doch zurzeit braucht es weder Kleider noch Spielsachen.

Die Informanten zum Durchgangszentrum Märithalle (v.l.). Markus Aeschlimann, Geschäftsleiter des Migrationsamt; Theres Marti, ABR-Leiterin des Betreuerteams und Gemeinderätin Beatrice Zeller.<p class='credit'>(Bild: Fritz Leuzinger)</p>

Die Informanten zum Durchgangszentrum Märithalle (v.l.). Markus Aeschlimann, Geschäftsleiter des Migrationsamt; Theres Marti, ABR-Leiterin des Betreuerteams und Gemeinderätin Beatrice Zeller.

(Bild: Fritz Leuzinger)

Die öffentliche Information über das Flüchtlingswesen im Durchgangszentrum Märithalle Zweisimmen stiess auf geringes Interesse. Nur etwa sechzig Personen liessen sich durch die Migrations- und Gemeindebehörden sowie durch die Leitung der Betreuung zur aktuellen Situation informieren.

Gemeinderätin Beatrice Zeller vom Ressort Gesundheit und Soziales und Koordinatorin fasste die getätigten Veränderungen im Ferienlager Märithalle zusammen: «Mit tatkräftiger Mithilfe eines Teams der Behindertenwerkstatt Bergquelle wurden die fünfzehn ­Zimmer familientauglich eingerichtet, zwei Zimmer sind für Einzelpersonen reserviert. Dazu benötigte es Anpassungen in der Gemeinschaftsküche, da die Asylsuchenden für ihre Mahlzeiten selber verantwortlich sind.»

Bevölkerung zeigt Solidarität

Die Gemeinderätin ist dankbar für die Sympathie und die grosse Solidarität den Ankömmlingen gegenüber. Sie bittet, auf das Überbringen von Kleidern und Spielsachen vorläufig zu verzichten. Die Asylunterkunft in Zweisimmen als Durchgangszentrum bietet seit gut zwei Wochen zehn Familien mit drei oder vier Kindern, vorwiegend aus Afghanistan, eine Unterkunft.

Seit gestern Mittwoch sind es sogar elf Familien. Theres Marti, Thun, Leiterin des Betreuerteams: «Den Asylsuchenden werden im Hausdienst Ämtli wie zur generellen Reinigung oder im Abfallkonzept zugeteilt. Es gelten Rauch- und Alkoholverbot sowie die allgemeinen Regeln des Zusammenlebens mit der Bevöl­kerung.»

Tag der offenen Tür

Ein mögliches Beschäftigungsprogramm wird erarbeitet. Das Betreuerteam arbeitet mit der Polizei, den Ärzten sowie mit dem Notfalldienst des Spitals gut zusammen. Die Familien sind in den verschiedenen Phasen des Asylbewerbungsprozesses. Gemeinderätin Claudia Gautschi vom Ressort Bildung stellte das Programm hauptsächlich in sprachlicher Richtung der schulpflichtigen Kinder vor, anfänglich mit und später dann ohne ihre Mamas.

Mit einem Tag der offenen Tür, voraussichtlich im Februar, soll die interessierte Öffentlichkeit einen Einblick erhalten. Markus Aeschlimann erläuterte als Geschäftsleiter im Amt für Migration kurz die Flüchtlings­situation auf kantonaler und Bundesebene. Phillippe Rentsch vom Verein Asyl Biel und Region (ABR) gab einen umfassenden Einblick in die Tätigkeit der Non-Profit-Organisation ABR.

Berner Zeitung

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