Baustopp bei der Ländte-Sanierung

Leissigen

Weil der Ländtekopf einzustürzen droht, müssen die Sanierungsarbeiten an der Schiffländte sofort gestoppt werden. 2017 halten also ganz sicher keine Kursschiffe in Leissigen.

Die Arbeiten an der Schiffländte Leissigen sind per sofort gestoppt: Der Ländtekopf droht einzustürzen.

Die Arbeiten an der Schiffländte Leissigen sind per sofort gestoppt: Der Ländtekopf droht einzustürzen.

(Bild: Christoph Buchs)

Am 24. Juni hätte zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder ein Schiff der BLS an der Ländte Leissigen anlegen sollen. Daraus wird nichts, wie die BLS am Donnerstag mitteilte. «Weil im Unterwasserbereich des Ländtekopfs versteckte Hohlräume entdeckt worden sind, muss die Sanierung der Ländte sofort gestoppt werden», schreibt das Unternehmen.

«Es besteht Einsturzgefahr.» Die Sanierungsarbeiten waren seit Anfang Mai im Gang.Rückblende: Bis Ende 2003 hielten die Thunerseeschiffe regelmässig in Leissigen, ehe die BLS ankündigte, das Dorf wegen zu tiefer Frequenzen künftig nicht mehr anzusteuern. In der Gemeinde regte sich Widerstand. Man einigte sich auf einen reduzierten Betrieb mit noch zwei Stopps pro Tag.

Dieser Kompromiss hatte bis 2006 Bestand. Dann kündigte das Unternehmen erneut an, die Ländte Leissigen aus dem Fahrplan zu streichen. Begründet wurde der Entscheid diesmal mit der veralteten Infrastruktur. Seither hielt in Leissigen kein Kursschiff mehr.

Zwei Varianten

In der Gemeinde war man in den letzten Jahren bestrebt, diesen Zustand zu ändern. Auch die BLS signalisierte Bereitschaft, unter dem Vorbehalt, dass die Gemeinde die Sanierungskosten selber trägt. 150 000 Franken genehmigte die Gemeindeversammlung im letzten Juni. Nicht ganz ohne Nebengeräusche. An der Versammlung wurden Voten laut, dass andere Projekte dringender seien.

«Zur Debatte standen dann zwei Varianten: entweder die Sanierung der bestehenden Ländte oder ein neuer Stegbau wie in Einigen», sagt Gemeindepräsident Bruno Trachsel. Man entschied sich für Ersteres.

Entscheid am 2. Dezember

Bei einem Tauchgang kam nun aber zum Vorschein, dass der Ländtekopf tatsächlich «völlig verrottet» sei. «Eine Weiterarbeit unter diesen Bedingungen wäre für die Taucher lebensgefährlich», so Trachsel. Und zusätzliche Sicherungsmassnahmen im laufenden Projekt wären zu teuer. «Also entschieden wir uns für den Stopp.»

«Eine Weiterarbeit unter diesen Bedingungen wäre für die Taucher lebensgefährlich.»Bruno Trachsel, Gemeindepräsident

Für Leissigen sei dies eine Enttäuschung. «Die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung waren bereits im Gang.» Aber man müsse die Sache akzeptieren. Am 2. Dezember will Trachsel der Gemeindeversammlung ein Alternativprojekt vorstellen.

«Es wird nun wohl auf einen Steg hinauslaufen. Stimmen die Bürger zu, sollten wir die neue Ländte im Sommer 2018 einweihen können.»

Bedingung sei, dass der Kostenrahmen den bereits bewilligten 150 000 Franken entspreche. Zum Vergleich: Die letztes Jahr eingeweihte Ländte mit Steg in Einigen kostete 135 000 Franken.

«Nur ein Halt pro Tag»

Auch bei der BLS bedauert man den Baustopp. «Wir haben uns gefreut, ab diesem Jahr wieder in Leissigen anzulegen», sagt Claude Merlach, Leiter Schifffahrt, auf Anfrage. Der Entscheid habe Änderungen in der Administration und im Fahrplan zur Folge, die sich allerdings im Rahmen halten würden. «Für Leissigen war nur ein Halt pro Tag geplant», so Merlach.

Berner Oberländer

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