Einsprachen gegen die Umgestaltung Marktgasse

Interlaken

Gegen die ­geplante Umgestaltung der Interlakner Marktgasse regt sich Widerstand. In einer der Einsprachen kritisiert Bäcker Bruno Reinle die Strassenbreite als «zu gering» und er warnt vor einem Einbahnverkehr.

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Marktgasse und Spielmatte sollen umgestaltet werden, insbesondere damit für die Fussgänger mehr Platz geschaffen wird. Das Projekt basiert auf dem Verkehrskonzept Crossbow und ist Teil des von Bund und Kanton mit 60 Prozent unterstützten ­Agglomerationsprogramms.

Auf Unterseener Seite werden die gesamten Kosten mit 930'000 Franken, auf Interlakner Seite mit 1,61 Millionen Franken budgetiert. Doch noch ist nicht ganz sicher, ob dieses Geld überhaupt je ausgegeben wird. In Unterseen muss die Gemeindeversammlung über das Projekt befinden, in Interlaken ist es der Grosse Gemeinderat.

Neben diesen politischen Hürden gilt es auch juristischen Widerstand zu überwinden. Schon vor Ablauf der Auflagefrist (11. Juli) ist nun klar: Beim zuständigen Regierungsstatthalteramt werden mindestens zwei Einsprachen eingehen.

Einbahnstrasse befürchtet

Eine der Einsprachen stammt vom Ehepaar Beatrice und Bruno Reinle, Geschäftsinhaber der gleichnamigen Bäckerei an der Harderstrasse 11. Bruno Reinle ist Mitglied des Initiativkomitees «Keine Verkehrsverlagerung in die Wohnquartiere», das sich gegen das Fahrverbot im Höheweg-Abschnitt Schlauch wehrt. Und mit dieser Initiative hängt denn auch die Einsprache und ein entsprechender Antrag zu­sammen.

Denn: Bruno Reinle befürchtet, dass die Marktgasse nach der Umgestaltung schon bald zur Einbahnstrasse wird, da die nun geplante Mindestbreite der Fahrbahn von 2×2,2 Metern «zu gering» sei. Reinle: «Heutige PW sind alle um die 2,20 m breit und können bei einer Strassenbreite von 4,40 Metern unmöglich im Gegenverkehr kreuzen, ohne weiteren Strassenraum in Anspruch zu nehmen.» So seien «Konflikte mit Fussgängern unumgänglich».

Damit würde die Sicherheitskommission eben genügend Grund haben, auf diesem Strassenabschnitt den Einbahnverkehr einzuführen. Und zwar nach Süden, da sonst – bei einem unveränderten Fahrverbot im Schlauch – «der ganze Verkehr aus Osten keine Möglichkeit mehr hat, aus der Neugasse weiterzufahren». Reinles Fazit: «Das ganze Nordquartier und die Marktgasse wären somit nur noch von Ost über den Höheweg erreichbar. Dies ist für alle Gewerbetreibenden und Anwohner eine unzumutbare Situation.»

5 Meter gefordert

Etliche Betroffene, so hält Bruno Reinle weiter fest, seien schon mit der heutigen Situation mehr als unzufrieden: «Viele der ortsansässigen Kleinbetriebe leiden an zunehmenden Ertragsausfällen, da das Zentrum von Interlaken für die lokale Bevölkerung immer schwieriger zu erreichen ist.»

Für die Einsprecher ist deshalb klar: «Die Strassenbreite im südlichen Teil, Postplatz bis Bahnübergang, ist auf 5 Meter Strassenbreite anzupassen.» Zudem sei die heutige Anzahl der Parkplätze beizubehalten und deren Nutzungsdauer und Bewirtschaftung genau festzulegen.

Berner Oberländer

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