Eine Eiche in der Weissenau

Unterseen

Am Trauer­gottesdienst für Hans Fritschi, Vizepräsident von Pro Natura Berner Oberland, in der voll besetzten Kirche war von Bäumen, Vögeln und dem blauen Planeten die Rede.

Eine kleine Stieleiche schmückte die Kirche Unterseen beim Trauergottesdienst für den verstorbenen Hans Fritschi.

Eine kleine Stieleiche schmückte die Kirche Unterseen beim Trauergottesdienst für den verstorbenen Hans Fritschi.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Ein Teil des Blumenschmucks im Chor der Kirche war ungewöhnlich: eine kleine Stieleiche mit wenigen dürren Blättern. Sie wird im Naturschutzgebiet Weissenau gross werden. Laut Nadja Keiser, Präsidentin von Pro Natura Berner Oberland, war die Weissenau eines der Lieblingsgebiete von Hans Fritschi, dazu das ­Hintere Lauterbrunnental, die Engstlenalp und die Lombachalp.

Hans Fritschi ist kurz vor seinem 62. Geburtstag unerwartet gestorben. Er ist in Wengen aufgewachsen, der Vater hatte ein Malergeschäft. Fritschi wurde Lehrer. Sein Freund Jakob Sarbach aus Frutigen und auch BZI-Rektor Urs Burri stellten Fritschi als einen vorbildlichen Lehrer vor. Streng, mit klaren Linien, aber mit grosser Empathie. Seit 1987 war er im Vorstand von Pro Natura, und er setzte sich für sie ein.

Ins Zentrum ihrer Ansprache stellte Pfarrerin Elisabeth Bürki Huggler, die den Trauergottesdienst leitete, die Bäume. Draussen vor der Kirche hörte man sie im Sturm ächzen, drinnen gings um das Gleichnis, in dem Jesus einem Feigenbaum Zeit zum Wachsen liess, und darum, dass im Kreislauf der Natur nichts verloren geht. Sie sprach von Liebe und Hoffnung, auch der Hoffnung, dass die Menschen den wunderschönen blauen Planeten Erde schützen werden.

Madeleine und Lorenz Fritschi, die beiden erwachsenen Kinder des Verstorbenen, er­zählten aus ihrer Jugendzeit, die geprägt war von verschiedenen Naturerlebnissen. Seine Liebe zur Natur gab er weiter: Der erste Vogel, dessen Name Fritschis jüngerer Enkel kannte, war eine «Tächa». Ueli von Allmen, auch er ein gebürtiger Wengener, sang in der Kirche sein Lied von den Bergdohlen, die scheinbar schwerelos über die Berglandschaft schweben.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt