Spiez

Ein Völker verbindender Kick

SpiezFlüchtlinge kicken mit Junioren: Auf dem Sportplatz Räumli in Spiez kam es zu einem internationalen Fussballspiel der verbindend anderen Art.

Teams und Trainer vereint: Die Schüler des berufsvorbereitenden Schuljahres mit Schwerpunkt Integration  der IDM-Berufsfachschule Spiez posieren nach dem Spiel mit den Junioren A des FC Spiez und dem ehemaligen Spitzenschiedsrichter Bruno Grossen (hinterste Reihe, Vierter von rechts).

Teams und Trainer vereint: Die Schüler des berufsvorbereitenden Schuljahres mit Schwerpunkt Integration der IDM-Berufsfachschule Spiez posieren nach dem Spiel mit den Junioren A des FC Spiez und dem ehemaligen Spitzenschiedsrichter Bruno Grossen (hinterste Reihe, Vierter von rechts). Bild: Jürg Spielmann

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Szenenapplaus brandet auf. Obwohl nicht mit Goaliehandschuhen ausgerüstet, pariert der Torwart den Schuss bravourös. So geschehen am Dienstagabend unter dem Flutlicht auf dem Sportplatz Räumli.

Als eine Art Völker verbindender Prolog zur Weltmeisterschaft in Russland treffen sich in Spiez zwei ungleiche Gruppen zum freundschaftlichen Spiel: Es sind die A-Junioren des örtlichen Fussballclubs und gut dreissig Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Eritrea und Syrien.

Letztere besuchen am Standort Spiez der Berufsfachschule IDM das berufsvorbereitende Schuljahr mit Schwerpunkt Integration. «Der Abend bewies, wie über den Sport unheimlich viel Integration erreicht werden kann», meint der Schiedsrichter nach dem Abpfiff.

Es ist der ehemalige Frutiger Spitzenschiedsrichter Bruno Grossen. Er, der zwischen 2006 und 2010 sechzig Partien in der Super League ge­leitet hat, ist heute Bereichsleiter Brückenangebote IDM in Spiez. Engagierte Mitarbeiter der kantonalen Schule und Freiwillige des FC Spiez boten diesen Frühling erstmals Trainings für die jungen Erwachsenen – viele von ihnen waren unbegleitet in die Schweiz gekommen – an.

Der Fussballclub organisierte eigens für die Kicker Schuhwerk, das bald schon wieder zum Einsatz kommen wird. «Wir werden das Wahlfach auch im Herbst führen. Es gibt schon vierzig Anmeldungen dafür», freut sich Grossen. Das tun ihm die jungen Flüchtlinge gleich. Selbst zwei Niederlagen gegen die Junioren vermögen die Stimmung nicht zu trüben, sind an diesem Abend Nebensache.

«Es war eine Supersache», sagt Edgar Andres, freiwilliger Helfer des FC Spiez, stellvertretend für viele. «Ein Erlebnis für alle.» ­Einziger Wermutstropfen neben jenen, die gar zahlreich vom Himmel fielen, ist, dass sich ein IDM-Akteur bei einem Rencontre am Sprunggelenk verletzte. (Berner Oberländer)

Erstellt: 13.06.2018, 19:20 Uhr

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