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Ein Verein ohne Nachwuchsprobleme

Neben Wissen, Naturerlebnissen und Kameradschaft hat der Oberländische Fischereiverein Interlaken (OFVI) vor allem viel Arbeit zu bieten. Das Angebot stimmt: Die Hauptversammlung konnte acht neue Mitglieder aufnehmen.

Der wiedergewählte Vorstand des Oberländischen Fischereivereins Interlaken.
Der wiedergewählte Vorstand des Oberländischen Fischereivereins Interlaken.
Sibylle Hunziker

Verbaute Bäche und Flüsse, Schwall-Sunk-Probleme, invasive Arten, Mikroverunreinigungen und Plastikabfall im Wasser – die Liste der Probleme für einheimische Fische, die OFVI-Präsident Thomas Gerber an der Hauptversammlung vom Freitag in Matten aufzählte, ist lang. Doch die Fischer schauen nicht untätig zu. Auf politischer Ebene oder ganz praktisch vor Ort setzen sie sich für fischfreundliche Gewässer ein, putzen See- und Flussufer, helfen der Fischereiaufsicht, wenn Fische aus Tierschutzgründen umgesiedelt werden müssen, und fördern in ihren Kursen das Wissen über die ­Natur.

2563 Stunden für Jungfische

Auch der OFVI führt regelmässig Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene durch – mit Vorliebe am Sulssee, einem seiner Pachtgewässer. Wer dort oben inmitten von Bergblumen privat fischen will, muss sich das Patent in der Fischzuchtanlage «Neue Matte» ob Wilderswil verdienen. Dort arbeitet ein beachtlicher Teil der 243 OFVI-Mitglieder mit: Rund 40 Vereinsmitglieder sorgten auch im vergangenen Jahr dafür, dass die Fische jeden Tag gefüttert wurden und stets in sauberem Wasser schwammen.

Weitere Helfer leisteten Einsätze beim Laichfischfang und an Arbeitstagen für gröbere Umgebungs- und Unterhaltsarbeiten. Und als der Pegel der Lütschine am 5. September 2016 bedenklich stieg, reagierten die beiden Grindelwalder Mitglieder Roli Stauffer und Thomas Wolf sofort und verhinderten mithilfe von Pumpen eine Überflutung der Anlage.

Total 2563 Stunden arbeiteten die Helfer 2016 in der Neuen Matte, wie Ernst Weibel berichtete. Dafür konnte der Verein mit jungen Bachforellen für den Besatz der Bäche in der Region beim Kanton eine ordentliche Prämie abholen und viele Fische verkaufen, sodass die Vereinsrechnung bei einem Ertrag von 41 076 Franken mit 3915 Franken Gewinn schloss.

Der finanzielle Erfolg ist nicht selbstverständlich. Denn von den 35 Franken Mitgliederbeitrag gehen 24 Franken an die regionale Fischereipachtvereinigung, den kantonalen und den schweizerischen Verband sowie den Kampffonds. «Da bleibt für den Verein nicht viel übrig», so Thomas Gerber. Trotzdem plant der Vorstand weder spezielle Mitgliederkategorien ohne Verbandsabgaben noch Beitragserhöhungen. Dafür unterstützt er die Forderung der Verbände nach einem gesetzlichen Hegebeitrag, mit dem sich auch nicht organisierte Fischer an der Förderung der Fischbestände beteiligen müssten.

Zufriedene Mitglieder

Die 44 versammelten Mitglieder bestätigten ihren Vorstand für eine weitere Amtszeit, nahmen acht Neumitglieder auf und genehmigten auch alle übrigen Geschäfte einstimmig – darunter das Programm 2017, das mit Anlässen wie dem Fischerjass, Arbeitstagen und Fondue in der Neuen Matte oder den Arbeits- und Fischereiausflügen ins Sägistal in bewährter Art praktische Arbeit und Geselligkeit kom­biniert.

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