Aeschi

«Ein Unglück kommt selten allein»

AeschiAm Freitagabend feiern die Frutigtaler Spiellüt im Gemeindesaal die Premiere ihres neuen Stücks «Anuschka».

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In den Neunzigerjahren war der Kiesabbau ein lukratives Geschäft. Das Dorf Seeliwil, Schauplatz der 28. Inszenierung der Frutigtaler Spiellüt, ist reich an diesen Bodenschätzen. Bauer und Spekulant Fenner (Manfred Schenk) erkennt dies und möchte mit einer Kiesgrube das grosse Geld machen. Er hat jedoch ein Problem: Die besten Grundstücke zum Abbau gehören nicht ihm, sondern seinem Nachbarn. Eine Lösung muss her: Wer seinen Boden nicht gegen Geld abtreten will, für den müssen andere Mittel und Wege gefunden werden.

Als Anuschka, ein ehemaliges Waisenkind (Anna von Känel), sich ausgerechnet auf die Bodenmatt verirrt, scheint das Glück für den Bauern Ruedi (Michael Marins) vollkommen zu sein. Doch was sind schon Glück und Frieden, wenns dem Nachbarn nicht gefällt? Anuschka bringt dem Fenner seine Pläne arg durcheinander. Dieser setzt seine Tochter Resli (Iris Thomann) ein, die hübsch wie Anuschka, nur raffinierter und ohne Skrupel ist. Sie umgarnt den Bodenmattbauer Ruedi mit Charme und Mitleid. Anuschka muss mit gebrochenem Herz gehen, und Fenner jubelt. Doch am Ende erkennt Fenner, dass der Gewinn seiner Kiesgrube nie so hoch sein wird, wie der Preis, den er schliesslich dafür bezahlt.

Vier neue Gesichter

Es stehen viele im Einsatz, die spielen wollten. Die einen sind seit der Gründung der Frutigtaler Spiellüt mit dabei, andere seit mehreren Jahren. Dazu sind vier neue Gesichter auf der Bühne zu sehen. «Damit alle helfen können, was speziell im zweiten und dritten Akt zur Geltung kommt, wählten wir dieses Volksstück in vier Akten. Es ist ein modernes Stück», verrät André Luginbühl, der seit 2003 Regie führt. «Speziell an der Geschichte ist, dass man nicht von Anfang an weiss, wie sie ausgeht. Es bleibt interessant bis zum Schluss». Bei der Rollenverteilung achtet Luginbühl darauf, dass eine Familie eins zu eins dem Alter nach glaubwürdig besetzt werden kann.

Spannungsvoll von A bis Z

Was die Mitwirkenden zum Mittun bewegt, war von Manfred Schenk zu erfahren: «Ich finde es spannend, welches Stück von der Regie gewählt wird, welche Leute mitwirken, wie sich die einzelnen in die Rolle hineinleben, wie die Inszenierung herauskommt und auf das Publikum wirkt.» Schenk ist seit der dritten Inszenierung mit den Frutigtalern unterwegs. Er spielt mit Unterbrechungen mit, insgesamt zum 15. Mal. «Für mich ist es interessant, dass ich erstmals einen bösen, fiesen Typ spiele. Diese Rolle ist herausfordernd.»

Der Regisseur verfolgte die Hauptprobe mit wachen Augen, was übrigens auch für die Abschlussklasse der Oberstufenschule Aeschi-Krattigen galt, welche die Aufgabe fasste, Schauspieler zu beobachten und deren Mimik, Gestik, Ausstrahlung kritisch zu bewerten. Die Frutigtaler Spiellüt wünschen sich, dass die Besucher einen gemütlichen, unterhaltsamen Abend erleben und dass nach der Vorführung noch über das Stück gesprochen, darüber nachgedacht wird. (Berner Oberländer)

Erstellt: 09.11.2018, 08:04 Uhr

Aufführungen:

Freitag, 9. November, 20 Uhr, und Sonntag, 11. November, 13.30 Uhr, Gemeindesaal Aeschi;
Mittwoch, 14. November, 20 Uhr, Kirchgemeindesaal Reichenbach;
Freitag, 16. November, Turnhalle Kandergrund
(Vorverkauf für alle Aufführungen: Raiffeisenbank Frutigland, Frutigen, Tel. 033 672 42 42);

Mittwoch, 21. November, 20 Uhr, Lötschbergsaal Spiez (Vorverkauf Spiez Tourismus, Tel. 033 655 90 00).

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