Ein temperamentvolles Quintett

Hondrich

Schwungvoll und abwechslungsreich: «I Galanti» sorgte am Neujahrsdoppelkonzert der Kammermusikkonzert-Reihe Hondrich für Hörvergnügen. Beide Konzerte waren ausverkauft.

Das Salonensemble I Galanti (v. l.) Franziska Grütter, Michael Keller, Bruno Leuschner, Bettina Keller und Nebojša Bugarski.

Das Salonensemble I Galanti (v. l.) Franziska Grütter, Michael Keller, Bruno Leuschner, Bettina Keller und Nebojša Bugarski.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Das neue Jahr wird seit über 20 Jahren bei den Kammermusikkonzerten Hondrich eine Woche nach Jahreswechsel musikalisch gefeiert. Erstmals bildete das Neujahrskonzert den Auftakt, welchem drei Konzerte folgen (siehe Kasten). Erneut gelang es I Galanti ein schwungvolles, abwechslungsreiches klangliches Feuerwerk zu bieten. Das Ensemble erlebte im Inforama-Saal einen grossen Ansturm. Die Konzerte übers Wochenende waren ausverkauft.

Auch der Thuner Geiger Alexandre Dubach liess sich das musikalische Abenteuer nicht nehmen und genoss es, am Sonntag selber einmal zurückzulehnen und zuzuhören. «Ich hatte viele Auftritte mit sehr unterschiedlichen Programmen. Heute kann ich geniessen.» Und eine Zuhörerin freute sich: «Fast vor meiner Haustüre kann ich seit vielen Jahren die Konzerte besuchen, dies lasse ich mir nicht entgehen.» Das Salonensemble überraschte mit vielseitiger Auswahl. Zwei Drittel der Stücke wurden erstmals aufgeführt und kamen beim Publikum gut an. «Es ist spannend zum Zuhören und witzig», so eine Hondricherin.

Aus dem Vollen geschöpft

Temperamentvoll eröffnete I Galanti mit Boulangers Torero. 17 Stücke, in der Anzahl zum 2017 passend, äusserte Michael Keller (Bruder der künstlerischen Leiterin), der mit kurzen Infos durch das vielfältige Programm führte.

Das Salonensemble in Wienerbesetzung mit zwei Violinen (Michael Keller, Franziska Grütter), Violoncello (Nebojša Bugarski), Kontrabass (Bettina Keller, künstlerische Leiterin) und Klavier (Bruno Leuschner) boten für jeden Geschmack ein unterhaltendes und erfrischendes Hörvergnügen. Ob Chor- und Orgelstimme in Cantique de Jean Racine von Fauré auf die Besetzung übertragen oder das «Israeli Concertino» vom Pianisten Leuschner arrangiert bis hin zu Tangos von Boulanger und Piazzolla, Stimmungsvolles von Grieg und Bruch: Die Künstler schöpften aus dem Vollen.

Sie begeisterten mit technischen Finessen von Flageoletts bis zur feurigen Spielweise und grosser Ausstrahlung. Michael Keller schaffte es zudem, in Boulangers Trioletta die rasanten Triolen gar mit verkehrter Haltung des Bogens zu spielen, und sagte danach, wenn man älter werde, könne es schon mal passieren, dass man die Geige oder den Bogen verkehrt ansetze. Duke Ellington, von Fritz Neukomm für I Galanti übertragen, und John Williams Filmmusik «Theme from Schindler’s List», arrangiert von Leuschner, ergänzten die vielfältigen Darbietungen.

Der Wiener Charme Fritz Kreislers und Walzer Nr. 2 von Shostakovich wurden für die Zugaben aufgespart.

Die nächsten Konzerte:19. März: Lunaare-Quintett, Klavierkonzerte von Brahms und Elgar. 9. April: Liederabend «Schwanengesang» mit Martin Weidmann und André Lottaz. 14. Mai: Patrick Bader, Cliodhna Ni Aodain und Bettina Keller spielen Klaviertrios von Beethoven, Rota und Brahms. Die Konzerte finden um 17 Uhr im Inforama-Saal ­Hondrich statt. Für Reservationen und weitere Informationen: www.kammermusik-hondrich.ch

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