Wengen

Ein stürmischer Abgang

WengenZehn Jahre lang war der Wengener Andreas Fuchs im Organisationskomitee für den Bau zuständig. Nach diesen Lauberhornrennen tritt er zurück. Zum Abschluss seiner Amtszeit war der 51-Jährige nochmals richtig gefordert.

Der abtretende Bauchef Andreas Fuchs vor einer Gondel der Luftseilbahn Wengen–Männlichen, deren Betriebsleiter er ist.

Der abtretende Bauchef Andreas Fuchs vor einer Gondel der Luftseilbahn Wengen–Männlichen, deren Betriebsleiter er ist. Bild: Christoph Buchs

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Sobald Ende Januar, Anfang Februar der letzte Lastwagen mit Material das Lauterbrunnental verlassen hat, ist Andreas Fuchs’ Zeit als Bauchef im OK der Lauberhornrennen beendet. Zehn Jahre lang übte der Betriebsleiter der LWM diese Funktion aus.

«Im letzten Frühling habe ich eine persönliche Standortbestimmung gemacht», sagt Fuchs. «Und habe mich nun zu diesem Schritt entschieden.» Dank hervorragender Leute in beiden ­Betrieben habe die Doppelbelastung funktioniert. «Dennoch: Von Mitte Oktober bis Mitte Februar bin ich für die Lauberhornrennen im Einsatz.» In der intensivsten Phase im Januar betrage sein Lauberhorn-Pensum rund 60 Prozent. Fuchs’ Nachfolger als Bauchef im OK wird der heutige Slalomchef Adrian Lauener aus Wilderswil.

Reaktion innert kürzester Zeit

Im Vorfeld seiner letzten Rennen war der 51-jährige Fuchs nochmals so richtig gefordert. Die Sturmschäden Anfang Woche im Weltcupdörfli, im Ziel sowie auf Girmschbiel erforderten Höchstleistungen vom Logistikteam, das Fuchs ist. Schon am Montagmorgen begann der Föhnsturm zu toben. «Um 9 Uhr zogen wir die Leute ab und stoppten die Bauarbeiten», so Fuchs. Bis Mitternacht lautete das Credo an ­allen Fronten: Schadensbegrenzung.

Das Ausmass der Schäden zeigte sich – nach ein paar wenigen Stunden Schlaf – am frühen Dienstagmorgen. «Schon im Zug war ersichtlich, dass das Gold-Card-Zelt und das Küchenzelt zerstört waren.» Auf der anderen Seite des Bahngleises fiel Fuchs’ Blick auf das neue Hospitality-Zelt, das teilweise ebenfalls dem Föhn zum Opfer fiel. Angst um die Rennen habe er nie gehabt, sagt Fuchs. «Am ­wichtigsten in dieser schwierigen Phase war, dass keine Leute zu Schaden kommen.» Ein Krisenplan stand innert kürzester Zeit.

Ziel: Abbau ohne Unfälle

Ersatzmaterial war schnell unterwegs. Ein passendes, wenn auch etwas kleineres Zelt wurde zwischen Gleis und Canadian Corner aufgestellt. Heute schaut Andreas Fuchs mit Stolz auf die letzten Tage zurück: Sein Team hat es geschafft; die Infrastruktur ist sowohl auf Girmschbiel wie auch im Zielraum und im Weltcupdörfli wieder hergestellt. Die Arbeit von rund 100 Angehörigen der Armee und des Zivilschutzes hat sich ausbezahlt. «Der Schlüssel zu unserem Glück war die langjährige Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten», sagt er. «Dies war Gold wert.»

Für den gebürtigen Wengener, der heute in Interlaken wohnt, ist bei seinem Rücktritt aus dem ­Organisationskomitee eine gewisse Wehmut dabei. «Ich bin mit diesen Rennen aufgewachsen. Schon als Schüler war ich dabei.» Später amtete Fuchs unter an­derem als Zielchef, bevor er 2008 als Bauchef im OK Einsitz nahm. Seit 2015 war er zudem OK-Vizepräsident.

Die Renntage vom Freitag und Samstag waren respektive sind für Fuchs relativ entspannt. Doch schon morgen Sonntag beginnen die Abbauarbeiten. Die möchte Fuchs reibungslos hinter sich bringen. «Wenn wir das ohne ­Personenunfälle schaffen, bin ich zufrieden.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 13.01.2018, 06:57 Uhr

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