Ein Stück Tourismusgeschichte ist zu Ende

Adelboden

20 Jahre lang hat ein irisches Ehepaar mit ihrer Reiseorganisation Jeka insgesamt für circa 32000 Jugendliche Ferienaufenthalte in Adelboden organisiert. Infolge Pensionierung und mangels Nachfolge wird das Unternehmen aufgelöst.

Eine Jugendreisegruppe anlässlich des Schweizer Abends im Restaurant Silleren.

Eine Jugendreisegruppe anlässlich des Schweizer Abends im Restaurant Silleren.

(Bild: Fritz Inniger)

Meist waren es Pfadfinder, die das belgische Reiseunternehmen Jeka in den Sommermonaten Juli und August als Gäste nach Adelboden brachte. In den vergangenen 20 Jahren waren es mehr als 32000 Personen, welche circa 224000 Übernachtungen generierten.

Mit Unterstützung von freiwilligen Helfern, waren Shaun und Brenda Taylor, für Unterkunft und Verpflegung besorgt. Auch arrangierte das Paar diverse Events.

Unternehmen aufgelöst

Der heute bald 67 Jahre alte Shaun Taylor aus Irland geht nun in Pension. Da kein Nachfolger gefunden werden konnte, wird das Reiseunternehmen aufgelöst. So fuhr nun vor wenigen Tagen die letzte Gruppe des Reiseunternehmens Jeka mit dem Bus wieder zum Flughafen Zürich und flog nach England zurück.

Shaun (r.) und Brenda Taylor vor ihrer Heimreise nach Irland. Bild: Fritz Inniger

Ein Grossteil von Gruppen reiste per Bus nach Adelboden. Lebensmittel wurden ausschliesslich in Adelboden eingekauft. Ein ausgeklügeltes Menu-System sorgte dafür, dass es nur wenig Abfall gab. Jeden Abend gab es eine Vorratskontrolle, dem entsprechend wurde ein neuer Menüplan erstellt. Noch Vorhandenes nahm man für andere Gruppen mit. Pro Woche wurden so rund acht bis zehn Gruppen bedient, welche in verschiedenen Gruppenunterkünften untergebracht waren.

Nachfolge erwünscht

In all den 20 Jahren profitierten Bergbahnen, Adventureparks, Käsereien und Restaurants von den zahlreichen Besuchen der Jeka-Gäste. Auch Schifffahrten und Ausflüge nach Thun und Interlaken und ins Berner Oberland waren keine Seltenheit und sorgten für Wertschöpfung in der Region.

Sämtliche Anbieter von touristischen Angeboten und auch das Team von Adelboden Tourismus hoffen nun, dass ein neues Reiseunternehmen wie Jeka wieder Pfadfinder und Jugendgruppen nach Adelboden holt. «Jeka» ist eine Abkürzung für St.Paulus-Jeugd-Kampen (Jugend-Camp). Ursprünglich war dies eine flämische Reiseorganisation für Jugendliche. Jeka war nach eigenen Angaben kein gewinnbringendes Unternehmen.

Dank freiwilligen Helferinnen und Helfern konnten die Kosten niedrig gehalten werden.

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