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«Ein Regisseur darf keine Angst haben»

Begleitet von Freunden aus der Jugendzeit nahm Regisseur Markus ­Imboden im Kunsthaus Interlaken den achten Kulturpreis der Volkswirtschaft Berner Oberland entgegen.

Mit grosser Heiterkeit: Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger (links) im Gespräch mit dem Preisträger Markus Imboden. Hinter der Bühne warten die Musiker Menk Grossniklaus mit dem Sax und Pianist Willy Schnyder auf ihren Einsatz.
Mit grosser Heiterkeit: Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger (links) im Gespräch mit dem Preisträger Markus Imboden. Hinter der Bühne warten die Musiker Menk Grossniklaus mit dem Sax und Pianist Willy Schnyder auf ihren Einsatz.
Anne-Marie Günter

«Tatorte» reihenweise, «Bella Block», aber auch «Heidi», «Die Katzendiebe» mit Beat Schlatter und Patrick Frey und «Der Verdingbub»: Markus Imboden, der den achten Kulturpreis der Volkswirtschaft Berner Oberland verliehen bekam, ist als Regisseur in vielen Sparten zu Hause.

«Der Kulturpreis wird für die Ausstrahlung über das Berner Oberland hinaus vergeben.»

Jürg Grossen, Präsident der Volkswirtschaft

Und wohnt neben Zürich auch in Berlin. «Der Kulturpreis ist kein Förderpreis, sondern wird für das Lebenswerk und die Ausstrahlung über das Berner Oberland hinaus vergeben», sagte Jürg Grossen, Präsident der Volkswirtschaft, im Kunsthaus Interlaken.

Moderiert wurde die Preisverleihung von Hansueli von Allmen, Alt-Stadtpräsident von Thun und Mitglied der Kulturkommission. Markus Imboden wuchs in einer Wohnung über dem Kino Rex in Interlaken auf. Sehr prägend war das nicht. «Zusammen mit Carlettino, dem Sohn des Kinobesitzers, habe ich natürlich Filme gesehen, die starken Italiener wie Maciste, Herkules und so», sagte er im Gespräch mit Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger.

Drei Jugendfreunde

Begleitet wurde die Preisverleihung von drei Jugendfreunden. Der Jurist Peter Hollinger hielt die Laudatio. Er sprach von der «intellektuellen Brillanz, verbunden mit hoher Emotionalität», die Imbodens Werke auszeichnet. Die beiden haben einst fast auf Goethes Spuren Italien bereist.

Imboden spielte als Trompeter nicht nur in der Knabenmusik Interlaken, sondern mit Patent-Ochsner-Saxofonist Menk Grossniklaus und dem Pianisten Willy Schnyder auch in einer Schülerband. Die beiden Profimusiker spielten an der Preisverleihung als Hommage den Jazzevergreen «Bei mir bistu shein», ein Paradestück der damaligen Band. Menk Grossniklaus sang.

Den Harder vor dem Kopf

Berge wie Bretter vor dem Kopf, habe einst der Journalist Niklaus Meienberg über die Churer geschrieben, sagte Moritz Leuenberger. «Bei mir wars nur der Harder», sagte Imboden. In diesem Modus verlief der Dialog des Politikers mit dem Künstler.

Mit einem Lächeln, zumindest in den Augen, erdete der Regisseur die Sprachbögen des Alt-Bundesrats. Er liess sich weder zu Kritik am Schweizer Fernsehen noch zur Arbeit anderer Regisseure ver­leiten, und er begab sich auf den harten Boden der Tatsachen: Ein Regisseur dürfe keine Angst haben, und er müsse auch einmal schauen, wo das Dixi-Klo am Set hingestellt werde.

Imbodens Karriere begann nicht an der Hochschule der Künste, sondern eigentlich damit, dass ein Dramaturg aus Zürich hörte, wie er die Schauspieler als Marionetten kritisierte. Er durfte helfen, es besser zu machen. Filmszenen, die von Tochter Lena Imboden zusammengestellt wurden, zeigten: Bei Im­boden agieren die Schauspieler authentisch und individuell.

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