«Ein offenes Haus für alle»

Interlaken

Das Restaurant Topoff der Seeburg in Interlaken erweitert sein Angebot mit einem Kulturzentrum: Mit Sängerin Francine Jordi startete das Programm 2019.

Sängerin und Komponistin Francine Jordi bei ihrem Auftritt im Kulturzentrum Restaurant Topoff in Interlaken.

Sängerin und Komponistin Francine Jordi bei ihrem Auftritt im Kulturzentrum Restaurant Topoff in Interlaken.

(Bild: Monika Hartig)

«Du allein hast meine Nacht hell gemacht – ich liebe dich», sang Francine Jordi, als sie durch die Zuschauerreihen nach vorne zur Bühne kam. Die 140 Gäste im Kulturzentrum Restaurant Topoff klatschten rhythmisch mit. Am Sonntag eröffnete die Sängerin und Komponistin den Reigen der Events 2019 der sozialen Institution Seeburg. Zuvor hatte man sich an einem reichhaltigen Brunchbuffet gestärkt.

Jordi, in weisser Bluse und schwarzer Hose mit Goldstreifen, bot eine mitreissende Show. Sie liess das Publikum etwa aufstehen, zum Song «Die Strasse tanzt» kollektiv den Hüftschwung machen, schunkeln oder mitsingen. Mit viel Gefühl und Wärme in der Stimme berührte die Sängerin ihre Fans. Diese dankten ihr jeweils mit Juchzen und Bravorufen. «Sie hat eine tolle Präsenz, ist sehr herzlich und professionell», lobte Eventmanager Bernie Schlott (50) den Star.

Jordi gab Autogramme und posierte für Selfies mit den Fans. Danach begleitete Christoph Siegenthaler die Sängerin am Piano. Gänsehautmomente gab es, als Jordi den Welthit «Somewhere over the Rainbow» sang. Oder als zu «Das Feuer der Sehnsucht» die Gäste ein kleines Licht anzündeten.

«Schritte in die Zukunft»

Mit dem Eröffnungskonzert vor ausverkauftem Haus macht das Sozialunternehmen Seeburg einen ersten erfolgreichen Schritt in die Zukunft. Die Non-Profit-Institution begleitet Jugendliche und Erwachsene mit besonderen Betreuungsbedürfnissen in verschiedenen Lebensphasen.

«Unser Grundanliegen ist ein offenes Haus. Wir wollen die Ghettosituation von Randgruppen aufbrechen und streben die Vermischung mit der normalen Gesellschaft an», sagt der frühere Zentrumsleiter Roland Eichenberger. Und weiter: «Das Stichwort ist Inklusion, Zugehörigkeit.» 

Seit September 2018 baut Eventmanager Bernie Schlott den neuen Geschäftszweig auf: «Kulturelle Anlässe verbinden Menschen. Das wollen wir leben.» Schlott war unter anderem als Roadie, Techniker und Fotograf in der Rock- und Metalszene aktiv, arbeitete zudem früher als Therapeut und Seelsorger für die Institution Seeburg. Schlott: «Mein Anliegen ist, dass wir Künstler bei uns haben, die ein Herz für Menschen in Not zeigen.»

Ein bunter Strauss von Events

Zahlreiche weitere Events im Topoff stehen bereits fest (siehe Infobox). «Mit einer Aufbauzeit von ein, zwei Jahren ist zu rechnen. Zuerst müssen wir uns einen Namen als Kulturzentum aufbauen», sagt Bernie Schlott.

Dafür wurde eine Arbeitsgruppe gebildet und in die Technik und Infrastruktur investiert. Zwar sei das Eventbusiness ein umkämpfter Markt, doch Schlotts gute Kontakte zu Künstlerkreisen öffnen so manche Tür. So konnte er etwa die Berner Mundartsängerin Sandee für einen Workshop im November an Bord holen.

Schlott: «Einige Künstler sind uns mit Spezialpreisen entgegengekommen. Wir zahlen aus unserer Sicht gute Gagen gemäss der Marktrelevanz der Stars.» Auskunft über das Investitionsbudget geben die Veranstalter nicht. Jedoch ist Roland Eichenberger überzeugt: «Mittelfristig wird das Kulturzentrum bestimmt die Kosten decken.»

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt