Eigenständig, aber mit Kooperationen

St. Stephan

Die Gemeinde St. Stephan begründete, warum sie als Tourismusort wieder eigenständig werden, aber sowohl mit der Talk wie mit dem Saanenland Kooperationen eingehen wolle.

Sie orientierten aus der Perspektive von St. Stephan (v. l.): Gemeinde­präsident Albin Buchs, Gemeinderätin Pia Perren, Tourismuspräsidentin Veronika Zumbrunnen und Gemeindeverwalter Beat Zahler.

Sie orientierten aus der Perspektive von St. Stephan (v. l.): Gemeinde­präsident Albin Buchs, Gemeinderätin Pia Perren, Tourismuspräsidentin Veronika Zumbrunnen und Gemeindeverwalter Beat Zahler.

(Bild: Walter Zeller)

St. Stephans Gemeindepräsident Albin Buchs betonte gleich zu Beginn im Mehrzweckraum des Schulhauses Moos, dass St. Stephan nicht gegen eine Zusammenarbeit mit der geplanten Talk (Tourismus Adelboden-Lenk-Kandersteg) sei. Bei einer Vollmitgliedschaft würde aber das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag für die Gemeinde nicht mehr stimmen.

St. Stephan liege im Sandwich zwischen dem Saanenland und der Lenk und sei durch die Niesenkette vom Kandertal getrennt. Eine Arbeitsgruppe habe Alternativen und eine bessere Zusammenarbeit mit Saanen-Gstaad geprüft, um aus einer Sandwichposition eine Scharnierfunktion zu übernehmen.

Zudem konnte eine Delegation von St. Stephan mit dem neuen Verwaltungsrat der BDG (Bergbahnen Destination Gstaad) konstruktive Gespräche führen. Die Arbeitsgruppe sei zum Schluss gekommen, dass St. Stephan als touristischer Ort wieder eigenständig werden solle, aber sowohl mit der Talk wie mit dem Saanenland Kooperationen eingehen wolle.

Sowohl die neue Präsidentin des Tourismusvereins St. Stephan, Veronika Zumbrunnen, wie die für den Tourismus ver­antwortliche Gemeinderätin Pia Perren brachten Argumente, die für eine Eigenständigkeit mit Kooperationen sprechen.

Die Simmentaler Kuh

400'000 Simmentaler Kühe würden den Namen «Simmental» in der ganzen Welt bereits bekannt machen, sagte Gemeinderätin Pia Perren. Den Namen und die Kuh müsse man für die Werbung nutzen. «Jedoch sehen wir ein Abbiegen des Namens ‹Simmentaler Kuh› in das Kandertal nicht – wie denn?» Das ­Argument, die Simmentaler Kuh (mit Hörnern) im Simmental zu nutzen, kam auch aus dem Plenum. Die Gemeinderätin unterstrich die touristischen Werte der Gemeinde St. Stephan für die ganze Region.

Sie nannte unter anderem das Hunterfest, das Hangar Rock’in, die Alpabfahrt, die man noch besser vermarkten könne. Die Vorsitzenden wie die Besucher der Orientierung waren sich einig, dass St. Stephan Potenzial habe. Man begrüsste die noch bestehende Tourismusorganisation Lenk-Simmental Tourismus AG, dort stehe «Simmental» wenigstens im Namen. Dass die «Alpkultur» über die ganze Talk breitgeschlagen werden solle, wurde nicht goutiert.

Schattenrechnung

Gemeindeverwalter Beat Zahler orientierte über die derzeitige ­finanzielle Situation und über die vorgesehene Situation in der Talk. Bereits heute bezahle die Gemeinde jährlich wiederkehrende Beiträge wie beispielsweise an die BDG und das Wallbachbad Lenk sowie einmalige Beiträge an die Boulderschüür Lenk und Pumptrack-Anlage Zweisimmen. Ob die Talk mit einer neuen Zentrale in Frutigen mit gleich viel Geld mehr Gäste in die Region holen kann, wurde bezweifelt.

Die im Konzept festgehaltene Schattenrechnung sieht laut Zahler vor, die Effizienz der einzelnen Gemeinden zu prüfen und zu korrigieren. Bei einem Defizit wird die Besitzstands­garantie mit Leistungskürzungen vor Ort vorgenommen, oder es müssen höhere Abgaben oder Gemeindebeiträge geleistet ­werden.

Von den Gästen gestützt

Aus der Diskussion ging hervor, dass die Gemeinde, die Ferienhausbesitzer und die Gäste den Entscheid «Nein zu Talk» stützen und bereit sind, eine eigenstän­dige Lösung für St. Stephan mitzutragen.

Berner Zeitung

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