Grindelwald

V-Projekt: Die Zeit drängt bei der Gondelbahn

GrindelwaldEs war eine Art Demo: Die Grindelwalder zeigten mit einem Grossaufmarsch an einer Infoveranstaltung, dass sie die Umsetzung des V-Projekts wollen.

Die Bevölkerung erschien zahlreich an der Infoveranstaltung zum V-Projekt

Die Bevölkerung erschien zahlreich an der Infoveranstaltung zum V-Projekt Bild: Anne-Marie Günter

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Trotz Festtagsvorbereitungen war der Kongresssaal in Grindelwald voll. Eingeladen hatte die Gemeinde, als Redner traten Gemeindepräsident Christian Anderegg, Peter Egger, Präsident Grindelwald Tourismus, und Andreas Kaufmann, Verwaltungsratspräsident der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen GGM AG auf.

«Es ist nicht ganz leicht, einzugestehen, dass andere bestimmen», sagte Kaufmann. Die GGM-Ära geht zu Ende. 20 Millionen Franken wurden in die Beschneiung investiert, für einen Bahnneubau gabs zu wenig Reserven und keine Investoren. «Das V-Bahn-Projekt ist für uns ein Glücksfall», sagte Kaufmann.

Die bereits verlängerte Konzession der 1978 eröffneten Bahn läuft 2018 aus. Entweder wird das Bundesamt für Verkehr sie nicht weiter verlängern, oder es tut dies mit erheblichen Auflagen. Ersatzteile gibts nicht mehr, und die Sicherheitsstandards sind ­immer schwieriger einzuhalten.

«Ich möchte richtig verstanden werden, dank hervorragender Arbeit des Teams ist der Zustand unserer Bahn gut», sagte Kaufmann. Aber: Weiter in die 1978er-Bahn würde wahrscheinlich nicht investiert, es drohe der Stillstand. Er legte einen Zeitplan vor: Bewilligung für den Bahnneubahn im Juni 2017, Eröffnung der GGM im Dezember 2018, Eröffnung V-Bahn-Gesamtprojekt im Dezember 2019.

Teurer Wintersport

Aktuell liegt das V-Bahn-Projekt, inklusive der hängigen Einsprachen, beim Bundesamt für Verkehr. «Gäste und Talbewohner haben sich für das Projekt ausgesprochen, und man will jetzt Taten sehen. Die Mündigkeit der Bevölkerung wird durch die Einsprachen infrage gestellt», sagte Egger. Um auf dem Schneesportmarkt zu bestehen, brauche es das V-Bahn-Projekt.

Eine Grafik zeigte es: Ein einziger Wintersporttag in einem grossen Skigebiet kostet 250'000 Franken. In den letzten Jahren sind die Ersteintritte in die Jungfrauregion gesunken. Wenig die Rede war am Abend vom zweiten Teil des V, der 3-S-Bahn, die auf den Eigergletscher führen wird. «Der Bericht der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission spricht von einer minimalen Beeinträchtigung der Landschaft», sagte Gemeindepräsident Christian Anderegg.

Entwicklung begrüsst

Statements über das Projekts gab es am Informationsanlass von Jung und Alt: Alt-Gemeindepräsident Alfred Seiler begrüsste die geplante Weiterentwicklung von Grindelwald, und Carole und Philipp Hauser zeigten sich überzeugt, dass es die Umsetzung des Projekts braucht, damit sie in einem touristisch wieder aufblühenden und sich weiterentwickelnden Grindelwald eine Zukunft haben. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.12.2016, 17:42 Uhr

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