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Die Zeichen stehen auf ausverkauft

Nach dem Gurtenfestival ist vor dem Seaside: Philippe Cornu sagt, was am nächsten Berner Gross-Open-Air neu sein wird. Die Schweizer Szene erhält in der Bucht ein Kleinfestival im Festival. Der Vorverkauf läuft «super».

Offensive: Derzeit werben vielerorts in der Region – hier am Bahnhof Thun – Plakate für das zweite Seaside Festival. Das aber nicht, weil sich die Tickets schwer verkaufen lassen.
Offensive: Derzeit werben vielerorts in der Region – hier am Bahnhof Thun – Plakate für das zweite Seaside Festival. Das aber nicht, weil sich die Tickets schwer verkaufen lassen.
Jürg Spielmann

Das Schloss Spiez steht neuerdings am Bahnhof Thun. Das tut es freilich nur auf den grossen Plakaten, die auch an den Gleisen in der Kyburgstadt für das zweite Wohlfühl-Open-Air in Spiez werben. Am 24./25. August wird die Seaside Festival AG mit Philippe Cornu und Sacha Altermatt versuchen, an den letztjährigen Erfolg anzuknüpfen.

Vor elf Monaten waren 19'000 Musikanhänger und Sonnenanbeter an die Premiere in die spätsommerliche Bucht gekommen. Am Freitag zum poprockigen und massentauglichen Familientag, am Samstag zum mit Legenden besetzten und ausverkauften Classic-Rock-Day.

Gleicher Preis, mehr Leute

An diesem Konzept wird bei der zweiten Auflage weder gerüttelt noch geschüttelt, wie Geschäftsführer Philippe Cornu erklärt. Es scheint, als hätten der Stadtberner Endfünfziger und sein Compagnon, der in Hondrich aufgewachsene Altermatt, den Nerv des Publikums (meist Ü-30) getroffen: Musik- und Foodfestival samt Badespass.

Die Ticketvorverkäufe jedenfalls gestalten sich laut Cornu erfreulich. «Aus unserer Sicht sind sie super.» Bis dato gingen 8000 Eintritte über die (virtuelle) Ladentheke – pro Tag. «Wir rechnen mit einem ausverkauften Seaside Festival», meint der Initiant und Mister Gurtenfestival. Das viertägige Happen­ing auf dem Berner Hausberg war am vergangenen Wochenende mit 77'100 Besuchern nicht ausverkauft gewesen.

Was in Spiez auch anders sein wird: Während für die «Güsche»-Tickets 20 Prozent tiefer ins Portemonnaie gegriffen werden musste, harren die Seaside-Ticketpreise auf dem Vorjahresniveau: 99 Franken kostet der ­Tages-, 179 Franken der Zweitagespass. Kinder mit Jahrgang 2006 und jünger haben in Begleitung eines Erwachsenen kostenlosen Zutritt auf das Gelände mit 10'000 Plätzen. «Wir sind der Meinung, dass das Preisniveau in einem fairen Rahmen liegt», sagt Philippe Cornu. Ob eine Preiserhöhung nach der Zweitauflage zum Thema werde, lasse sich heute nicht sagen.

Aber auch nicht ausschliessen. Das Problem der Open-Air-Veranstalter ist es, dass die Hauptacts bedeutend höhere Gagen verlangen als noch vor Jahren – eine Folge rückläufiger Albumverkäufe. Hier spielt den Seaside-Machern in die Karten, dass sie sich Bands mit dem zeitgleich stattfindenden Schwesterfestival Summerdays in Arbon teilen.

Spielen Amy Macdonald oder Bligg am Freitag am Thunersee, tun sie es tags darauf am Bodensee. Selbiges gilt umgekehrt für Gotthard oder The Gipsy Kings. Headliner Roger Hodgson (Supertramp) hingegen macht exklusiv Spiez seine Aufwartung.

Session-Bühne in Badi

Ende August erhalten die Besucher neu mehr Musik für ihr Geld. Während der 45-minütigen Umbaupausen auf der Hauptbühne erklingt auf der nahen Badi-Wiese helvetisches Musikschaffen.

«Es ist ein Rückzugsort, zwar etwas fern vom und doch nah am Rummel.»

Philippe Cornu über die Session-Bühne auf der Badi-Wiese

Ins Festivalgelände integriert, werden auf der Session-Bühne aufstrebende Singer-Songwriter, darunter die Thunerin Veronica Fusaro oder der Frutiger Joe Ray, aufspielen. «Es ist ein Rückzugsort, zwar etwas fern vom und doch nah am Rummel», so Cornu. Der Bereich ist, ergänzt mit Foodständen und einer Bar, eine Art Kleinfestival im Festival.

Unverändert gibt es an einem dritten Ort was auf die Ohren: Am Campfire, das wiederum bei der Sandanlage lodert, greift am Freitag Mario Capitanio in die Saiten. Und tags darauf Nils Burri. Der Frutiger begleitet auch die Heimreisenden auf dem neuen Sea­side-Nachtschiff gen Thun – jeweils um 1.15 Uhr ab Spiez. Laut dem Festivalchef sind heute «150 von je 200 Plätzen» vergriffen.

Auf dem Gelände, dessen Aufbau eineinhalb Wochen vor dem Festival startet, bleibt in den Grundzügen alles gleich. Fast alles: Philippe Cornu bestätigt, dass im Bereich der Minigolfanlage etwas geplant ist. Dem Vernehmen nach soll dort das Seaside Village entstehen.

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