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Die Ruhe vor dem grossen Ansturm

Seit Donnerstagabend ist die 40. Gstaader Messe in vollem Gang. Beat Mösching durchschnitt das Band, das einem Vorhang öffnen gleichkommt: Bis am Sonntag kann das Gstaader Gewerbe zeigen, was es draufhat.

Ruhiges Einlaufen, lockeres Händeschütteln. Der Eröffnungsabend an der Gstaader Messe im Sportzentrum ist dem gegenseitigen Austauschen gewidmet. So wenig Leute gibt es heute und morgen nicht mehr.
Ruhiges Einlaufen, lockeres Händeschütteln. Der Eröffnungsabend an der Gstaader Messe im Sportzentrum ist dem gegenseitigen Austauschen gewidmet. So wenig Leute gibt es heute und morgen nicht mehr.
Markus Hubacher
Ein Blickfang sind die Objekte der Lehrlinge für den Wettbewerb
Ein Blickfang sind die Objekte der Lehrlinge für den Wettbewerb
Markus Hubacher
...der ferngesteuerten Fahrzeuge.
...der ferngesteuerten Fahrzeuge.
Markus Hubacher
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Eine Ansammlung von in der Öffentlichkeit bekannten Gesichtern. Durchaus auch einige der die letzten Vorbereitungen vollziehenden Standvertreterinnen und -vertreter. Sonst aber geht die Eröffnung der 40. Gstaader Messe am Donnerstagabend ohne grosses Aufheben über die Bühne. Es scheint fast, als herrsche Ruhe vor dem Sturm.

«Es wurde auch schon darüber diskutiert, erst am Freitag zu beginnen», verrät Jürg von Allmen, Präsident der Messe, abseits des offiziellen Geschehens. «Aber der Reiz besteht ja gerade darin, dass sich die Gewerbetreibenden von ihren Ständen lösen und untereinander den Kontakt suchen können, ehe sie an den Folgetagen von der Kundschaft voll gefordert sein werden.»

Und tatsächlich: Der Eröffnungsabend ist wie ein lockeres Footing vor dem Ernstkampf. Auch das Messerestaurant bleibt aufgrund der kleinen Menschengruppen nur zaghaft frequentiert. Keine Hektik, kein Geläuf, viel Zeit für aufmunternde Sprüche.

«Kein Feuerwerk»

Derweilen begrüsst Jürg von Allmen jetzt offiziell – umgeben von seinem fünfköpfigen Vorstand und angesagten Rednern – zu vier Tagen Messeleben: auf dass «wir am Sonntagabend müde und zufrieden abschliessen können». Trotz 40. Durchführung und somit kleinem Jubiläum: «Wir werden das nicht mit einem Feuerwerk zelebrieren. Es soll eine ­original kleine Gstaader Messe werden, die am Ende mit einem von der Genossenschaft offerierten Nachtessen abgerundet wird.»

Ein Rundgang durch die Ausstellung bringe es laut Jürg von Allmen zutage: «Das Gewerbe darf sich zeigen und stolz auf seine Produkte und Dienstleistungen sein. Wir dürfen aber auch stolz auf die Lernenden in der Region sein. Was sie leisten, ist bewundernswert. Sie sind unsere Zukunft.»

Jürg von Allmen verweist auch auf die Präsenz von achtzehn Firmen sowie Schülerinnen und Schülern aus dem Saanenland und dem Obersimmental. Diese will man für eine Schnupperlehre begeistern und ihnen beibringen, wie man ein Bewerbungsdossier aufsetzt. «Wir dürfen uns sonst nicht über zu wenige Lehrlinge beklagen.»

«Im besten Alter»

«Mit 40 Jahren befinde sich die Gstaader Messe im besten Alter – sie hat eine gute Zukunft vor sich», setzt der Saaner Gemeindepräsident Toni von Grünigen den Rednerreigen fort. «Die Lehrlingsbörse samt Podiumsgespräch zeigt, wie wichtig die Ausbildung für die Zukunft ist.»

Von Grünigen hofft, das auch das glanzvolle Abschneiden der Oberländer Berufsleute an der WM Einfluss auf die Betriebe hat. Das sei vergleichbar mit den Auswirkungen des Spitzensports auf den Breitensport.

Das Gewerbe habe nicht nur die breiten Wünsche der Kunden zu erfüllen, sagt Jonas Wanzenried, Präsident des Gewerbe­vereins Saanenland. Wichtig sei auch eine gute wirtschaftliche Diversifizierung. «Bei Veränderungen politischer Natur löst das Turbulenzen aus» – aber aus der Fassung bringe uns das nicht, so Wanzenried.

Drei Gerichte von Jungköchen

Die Wirterolle während der vier Messetage bekleiden Brigitte und Thomas Frei (Bernerhof) sowie Hanspeter Reust (Gstaad Saveurs). «Das Regionale steht dabei im Vordergrund», so Thomas Frei. Fest steht schon, von welchen Lernenden und Jungköchen die Mittagessen im Messerestaurant nachgekocht werden.

Marie Fall­egger, Mike Auer und Fritz Kunz haben aus Sicht der Fachjury mit Peter Wyss und Hugo Weibel (beide ehemalige Küchenchefs des Gstaad Palace Hotel) die überzeugendsten Rezepturen abgeliefert. Ihre Aufgabenstellung: aus einem Warenkorb mit einheimischen und saisonalen Produkten Kreatives auf den Teller zu bringen.

Und dann steht dem Durchschneiden des Bandes nichts mehr im Weg. Beat Mösching vom Vorstand (Bau und Infrastruktur) greift zur Schere. An den Einheimischen liegt es nun, mit zahlreichem Erscheinen nachzulegen. Damit aus dem ruhigen Lüftchen ein regelrechter (An-)Sturm wird.

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