Die Natur als Kunstwerk

Grindelwald

Mit der Präsentation der natürlichen Kunstwerke ging die 20. Landart zu Ende. ­13 Teams aus zwölf Nationen haben entlang der Lütschine den Wald in eine Kunstgalerie verwandelt.

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«Unglaublich, ja fantastisch, was die Künstler aus einfachsten Materialien, die sie in der natür­lichen Umgebung zusammengetragen haben, gestalten können. Die Ideen scheinen so reich zu sein wie die Natur selbst. Ich bin seit dem ersten Mal vor zwanzig Jahren dabei, und immer erfindet sich die Landart neu», sagt Mar­grit Brawand vom Verein Landart Grindelwald.

Rund hundert Gäste haben am Samstag die Präsentation entlang der Lütschine unterhalb der Gletscherschlucht besucht. Vorgestellt wurden die Arbeiten der dreizehn Teams aus zwölf Nationen. In der vergangenen Woche haben sie aus natürlichen Materialien Kunstwerke der vergänglichen Art geschaffen. Wie aus dem Boden gewachsen, scheint sich das Werk der beiden Künstler aus China nur durch seine besondere Ästhetik von der Umgebung abzuheben.

Anders das Werk der Gruppe aus Holland. Sie hat einem mächtigen Felsbrocken an der Lütschine mit einem Balkon aus Moos eine besondere Note gegeben. Bei dem Paar aus Singapur spiegelt sich die Brücke bei der Gletscherschlucht, geformt aus totem Holz. Als Anson Low vor Jahren in Grindelwald arbeitete, hatte er vorher weder Schnee noch einen Hagelsturm erlebt. Ein Hingucker ist auch die Arbeit der Grindelwalderin Monika Brügger. Sie hat im Rahmen ihrer Maturaarbeit am Gymnasium Interlaken ein spannendes Objekt kreiert.

Wie eine Familie

«Die Landart-Familie ist eine verschworene Gemeinschaft. Und weil das Festival hier in Grindelwald nur Gewinner kennt, kommt kein falscher Ehrgeiz auf. Ich bin immer wieder überrascht, wie es Peter Hess als Mentor gelingt, Menschen auf der ganzen Welt für die Landart zu begeistern», sagt Margrit Brawand. Sie würde sich freuen, wenn die einmalige Tradition – nach einer Denkpause – nicht einschlafen würde. Seit Beginn arbeitet sie im Hintergrund als Sekretärin und kennt viele Künstler auf sehr persönliche Art.

Als technischer Leiter ist Hans Schunegger der Mann der ersten Stunde. Peter Hess hatte die Landart-Idee und verfügte über das künstlerische Flair und die weltweiten Beziehungen, Hans Schunegger war und ist der Praktiker vor Ort. Gemeinsam ist es ihnen gelungen, die Landart als ersten internationalen Event dieser Art zu gestalten. «Es wäre äusserst schade, wenn es nicht gelingen würde, eine nächste Generation von jungen Machern für das einmalige Naturfestival zu begeistern. Wir alle würden uns freuen, wenn wir unsere Erfahrungen weitergeben dürften», sagt Hans Schunegger, überzeugt von der Ausstrahlung, die der Anlass weltweit geniesst.

www.landart-grindelwald.ch

Berner Oberländer

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