Die Mitte soll farbig werden

«Dorf 2025» heisst das Projekt, mit dem der Verkehr in Meiringen beruhigt und der Ort verschönert werden soll.

Breite Strasse, fast südländisches Flair: Im Dorfkern von Meiringen wird die ortstypische breite Strasse bleiben, aber ohne Fussgängerstreifen und mit Rechtsvortritt.<p class='credit'>(Bild: Bruno Petroni)</p>

Breite Strasse, fast südländisches Flair: Im Dorfkern von Meiringen wird die ortstypische breite Strasse bleiben, aber ohne Fussgängerstreifen und mit Rechtsvortritt.

(Bild: Bruno Petroni)

Die Arbeitsgruppe Dorf 2025 stellte an einer Orientierungsversammlung vor, wie «Dorf 2025» aussehen soll. Beim Projekt geht es um die zentrale «Dorfstrasse» durch Meiringen (Hauptstrasse, Bahnhofstrasse, Rudenz, Alpbach) und die einmündenden Querstrassen. «Das Ziel ist einerseits verschönern, andererseits beruhigen», sagte Gemeindepräsident Roland Frutiger vor zahlreichen Interessierten.

Die Ideen wurden Anwohnern und 64 Gewerbetreibenden bereits vorgestellt, jetzt war das Volk daran. Am Anfang stand die SP-Initiative von 2008 für ein attraktives Dorfzentrum Meiringen. Weil das Turnhallenprojekt gescheitert ist und Finanzkapazität frei wird, hat der Gemeinderat beschlossen, «Dorf 2025» bis zum Abstimmungssonntag am 20. Oktober fit zu machen und an der Urne einen Kredit von 1,1 Millionen Franken dafür zu beantragen. Realisiert würde in Etappen.

Bunter Streifen

Jakob Roth, Leiter der 2015 eingesetzten Arbeitsgruppe, stellte verschiedene Vorgaben vor: Nach Bränden Ende des 19. Jahrhunderts hat Meiringen ein fast südländisch anmutendes Dorfbild mit breiten Strassen, das national denkmalgeschützt ist. Sichtweiten bei den Querstrassen müssen gewährleistet sein.

«Das Strassenbild soll so sein, dass 30 fahren selbstverständlich wird.»Lukas Bühler,
Ingenieur

Das Behindertengleichstellungsgesetz muss einfliessen. «Das Strassenbild soll so sein, dass 30 fahren selbstverständlich wird. Die Zone 30 wird nach einer Testphase eingeführt», sagte Ingenieur Lukas Bühler.

Im Fokus stand unter dem Thema Temporeduktion der gerade Strassenabschnitt von der westlichen Dorfeinfahrt bis zur Migros. Hier soll in der Strassenmitte ein Mehrzweckstreifen in Form von farbigem Asphalt eingebaut werden. Manchmal soll er mit Schrift unterbrochen werden, zum Beispiel «Bus» bei den Bushaltestellen. Bei Einmündungen wird die Strasse um rund sieben Zentimeter erhöht, es gilt Rechtsvortritt. Fussgängerstreifen gibt es nicht mehr.

Im Dorfkern hört der bunte Mehrzweckstreifen auf, weil hier bereits heute nicht viel mehr als 30 gefahren wird. Die Einmündungen von Querstrassen werden angezeigt, zum Beispiel in ockerfarbigen Steinen. Die breiten Randsteine bei den Trottoirs, neben den Alleebäumen ein markantes Zeichen von Meiringen, werden behindertengerecht abgeschrägt. Die Parkplätze werden anders angeordnet, mit Natursteinen und allenfalls auch mit grossen Nummern am Boden gekennzeichnet.

Diskussionsthemen waren der Anschluss an das bereits nach einem andern Konzept sanierte Teilstück S-Kurve, der Perimeter und auch der Verzicht auf Fussgängerstreifen dort, wo Kinder die Strasse queren. Bis zum 10.März können bei der Gemeindeverwaltung Eingaben zum Konzept gemacht werden. Öffentlich vorgestellt wird es am Oberen Dorffest am 4. Mai. Realisiert wird es in Etappen, im Dorfkern dann, wenn Strassensanierungen ohnehin anstehen.

Berner Oberländer

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