Interlaken

Die Heimat im Lied hat mit Liebe zu tun

InterlakenLiebe, Tränen, Heimat: Der Berner Bassbariton Gamaliel von Tavel sang im Kunsthaus zwei Liederzyklen zu diesen ewigen Themen.

Applaus für den Auftritt. Die Pianistin Ya-ou Xie und der Bassbariton ­Gamaliel von Tavel auf der Bühne des Kunsthauses Interlaken.

Applaus für den Auftritt. Die Pianistin Ya-ou Xie und der Bassbariton ­Gamaliel von Tavel auf der Bühne des Kunsthauses Interlaken. Bild: Anne-Marie Günter

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«Hät gärn amene Ort äs Schätzeli gha»: Was tönt wie aus der Rö­seligarte-Liedersammlung, ist ein Zitat des Berner Dichters und Schriftstellers Rudolf von Tavel. Es ist eingebettet in den Liederzyklus «Heimat?», den der 1951 geborene Reinhard Febel komponiert hat.

Die Gedichte und Zitate aus von Tavels Werk hat er zusammen mit dessen Urgrossneffen zusammengestellt, dem Bassbariton Gamaliel von Tavel.

Orte, wo man Heimat findet

Der Liederzyklus in einer eindrücklichen programmatischen Musiksprache handelt von Orten, wo man Heimat findet oder verliert. Vom Saufen, von Wellen, von Tannen. Und von Gottes Sternen, mit denen Einsamkeit erträglich wird.

Unerträglich, ausser man versenkt alles, Mann, Träume und Tränen, in einem grossen Sarg im Meer, ist die Liebe bei Heinrich Heine.

Obschon sie einst im Mai so schön begann. Die Vertonung durch Robert Schumann im Zyklus «Dichterliebe» hat Heines Gedichten einen wichtigen Platz in der Kunstwelt verschafft. Schumann hat sie mit viel romantischer Schönheit ausgestattet, vermittelt aber auch etwas von Heines Ironie, etwa wenn er etwas gar viel Volkston einsetzt.

Ungewöhnlicher Vorname

Als Intermezzo zwischen den beiden musikalisch sehr unterschiedlichen Liedzyklen interpretierte die chinesische Pianistin Ya-ou Xie fünf Klavierminiaturen von Gamaliel von Tavel, die er unter das Thema Dichterliebe gestellt hat. Der Liederzyklus «Heimat?» wurde zu Ehren des 150. Geburtstags von Rudolf von Tavel geschaffen.

Der Berner Patrizier schrieb Mundartromane aus diesem Umkreis, zum Beispiel über Adrian von Bubenberg. Von ihm gibt es eine eindrückliche Beschreibung des ersten Unspunnenfests. Sein Urgrossneffe überzeugte mit einer sehr schönen Stimme und einer wohldosierten Interpretation der Gefühlsstürme.

Seinen ungewöhnlichen Vornamen hat er von dem Vorfahren, der im 16. Jahrhundert das bernische Burgerrecht erwarb. (Berner Oberländer)

Erstellt: 21.11.2017, 11:46 Uhr

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