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Die Gemeinde sucht Arbeit für Asylsuchende

Sechs Männer aus Eritrea sind nun am Brienzersee heimisch. Die Gemeinde ruft die Bevölkerung auf, diesen Arbeit zu geben.

Sie hoffen auf Arbeit (v.l.): Efrem Rezenze, Abrahaley Kesete, Fissehaye Yosief, Woldu Tsegay, Kibrom Gebremedhin zusammen mit Gemeinderätin Frédérique Vanetti.
Sie hoffen auf Arbeit (v.l.): Efrem Rezenze, Abrahaley Kesete, Fissehaye Yosief, Woldu Tsegay, Kibrom Gebremedhin zusammen mit Gemeinderätin Frédérique Vanetti.
zvg

Sechs junge Männer aus Eritrea im Alter von 21 bis 41 Jahren sind nun unter dem Fluehberg in Brienz wohnhaft. «Sie wurden durch die Asylkoordination in Thun der Gemeinde Brienz zu­geteilt», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Die sechs Männer hätten das normale Asylverfahren durchlaufen: Erst in einem Bundeszentrum untergebracht, verbrachten sie danach einige Monate in einem Zentrum im ­Oberland.

Da würden die Asyl­suchenden mit den Begebenheiten in der Schweiz vertraut gemacht, bevor sie den Dörfern zugewiesen würden», heisst es weiter. Zu entscheiden, wer, wo und mit wem leben soll, liegt in der Kompetenz der Asylkoordination Thun.

Diese ist auch für die finanziellen Belange sowie die Betreuung der Asylsuchenden zuständig. «Obwohl der Gemeinderat grundsätzlich keine Verpflichtungen hat, ist es uns ein Anliegen, die Asylsuchenden in unserer Gemeinde zu integrieren und der Bevölkerung Rede und Antwort zu stehen», schreibt der Gemeinderat

«Hoffe, dass es gelingt»

In Brienz ist für das Resort Soziales Gemeinderätin Frédérique Vanetti zuständig, sie hat die Asylsuchenden zu einem Gespräch getroffen.

«Die Männer haben mich sehr offen empfangen, ohne anfänglich zu wissen, dass ich Gemeinderätin bin», erzählt die Gemeinderätin. «Mir war klar, dass vor Ort ein Kontakt stattfinden soll.»

«Es ist sicher auch der Wunsch der Bevölkerung, dass eine Integration stattfinden soll.»

Frédérique Vanetti

Denn: «Es ist sicher auch der Wunsch der Gesamtbe­völkerung, dass eine Integration stattfindet.» Schon bald drehte sich das Gespräch um Beschäftigung. «Die Männer haben mir gesagt, dass sie auch zu gemeinnütziger Arbeit bereit wären, Hauptsache, sie hätten eine Beschäftigung.»

Es seien Männer im Vollbesitz ihrer Kräfte, sie wollten etwas tun. «Wenn es Schnee geben wird, ist Schneeräumung vielleicht ein Thema», ergänzt Vanetti. Bisher habe es noch keine Reaktion aus der Bevölkerung gegeben, aber man habe den Aufruf gerade erst lanciert. «Ich hoffe sehr, dass es klappt.»

Der Gemeinderat habe keinen Einblick in die Dossiers und könne das Verfahren in keiner Art und Weise beeinflussen, heisst es seitens der Gemeinde Brienz.

Bald nur noch fünf Männer?

Die Asylsuchenden hätten die Erlaubnis in der Landwirtschaft, in Restaurationsbetrieben, auf einer Baustelle oder in ähnlichen Bereichen zu arbeiten.

Fünf der sechs Männer besitzen den Ausweis N, das bedeutet, dass sie sich noch im Asylverfahren befinden und noch nicht entschieden ist, ob sie als Flüchtlinge anerkannt werden. Einer erhielt eben den Ausweis B.

Er kann den Wohnsitz im Kanton frei wählen, aufgrund von Gesprächen könne man davon ausgehen, dass er bald in Stadt­nähe zügeln werde, wo er sich mehr Chancen auf eine Arbeit erhoffe, heisst es.

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