Interlaken

Die FDP ist die klare Gewinnerin

InterlakenDer Interlakner Gemeinderat bleibt unverändert, alle Mitglieder wurden bestätigt. Am meisten Parteistimmen erhielt zwar die SP, aber sie und die SVP verloren gegenüber 2011. Zugelegt hat einzig die FDP – was ihr auch im Grossen Gemeinderat gelang.

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Die Gesichter sind (fast) alle die gleichen geblieben, nur die Reihenfolge hat sich geändert: Am meisten Stimmen der Gemeinderatskandidaten erhielt zwar wie schon vor fünf Jahren der bereits bestätigte Gemeindepräsident Urs Graf (758), doch dahinter folgen nun neu die Freisinnigen Philippe Ritschard (729) und Hans Rudolf Burkhard (704), die stark zulegten, sowie mit einigem Abstand Sabina Stör (665) ,die SVP-Mitglieder Franz Christ (621) und Peter Michel (547), der gleich viele Stimmen erhielt wie SP-Mitglied Kaspar Boss. Damit wurden alle Bisherigen wiedergewählt. Franz Christ war im vergangenen Frühling für die freiwillig zurückgetretene Manuela Lanker nachgerückt.

FDP überholte SVP

Vergleicht man die Parteistimmen, so fällt auch hier eine neue Rangordnung auf. Mit 3547 Parteistimmen lag die SP aber noch unangefochten an der Spitze. Das entspricht einem Anteil von 41,9 Prozent; vor fünf Jahren waren es 44,8 Prozent.

Dahinter lag neu die FDP mit 2551 Stimmen (30,1 Prozent, plus 4 Prozentpunkte). Sie hat die SVP überholt, die nur noch auf 2172 kam (25,7 Prozent, minus 3,6). Und auf Verena Lobsigers Partei der unbegrenzten Möglichkeiten (PUM) entfielen 194 Stimmen (2,3 Prozent).

Von den 3350 Stimmberechtigten nahmen 1474 an den Wahlen teil. Dies entspricht einer Beteiligung von 44 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 47 Prozent gewesen.

FDP gewann zwei GGR-Sitze

Auch im Grossen Gemeinderat (GGR) ist die FDP die Gewinnerin. Sie verzeichnete ein Plus von zwei auf acht Sitze und ist damit nun gleich stark wie die SVP, die einen Sitz verlor. Gleich zwei Sitze verlor die SP und ist somit nur noch mit 7 Mitgliedern vertreten. Einen Sitz gewann schliesslich die EVP (3), während Grüne (3) und EDU (1) unverändert bleiben. Am meisten Stimmen erhielt Bernhard Staehelin ( SVP).

Mit 9946 Parteistimmen übernahm die FDP die Führung vor der SVP (9368) und der SP (8476).

Gemeinderat: SVP: 2172 Parteistimmen. Gewählt: Christ Franz (bisher) 621 Stimmen. Michel Peter (bisher) 547. Nicht gewählt: von Allmen Marcel 264. Bozic Marko 246. Sahli Marc-Alain 234.

FDP: 2551 Parteistimmen. Gewählt: Ritschard Philippe (bisher) 729. Burkhard Hans Rudolf (bisher) 704. Nicht gewählt: Betschart Christoph 319. Daumüller Fredi 319. Künzli Beat 242.

PUM: 194 Parteistimmen. Nicht gewählt: Lobsiger Verena 79.

SP und Gewerkschaften: 3547 Parteistimmen. Gewählt: Graf Urs (bisher) 758. Stör Sabina (bisher) 665. Boss Kaspar (bisher) 547. Nicht gewählt: Schenk Alfred 375. Häsler-Gruber Yvonne 354. Rougy Dimitri 343. Romang Hans 311.

Grosser Gemeinderat: SVP: gewählt: Staeh­elin Bernhard, (bisher) 710. Christ Franz (in den Gemeinderat gewählt) 571. Meyes Schürch Antonie (bisher) 549. Nyffeler Adrian (bisher) 540. Nyffeler-Lanker Manuela, (neu) 535. Roth Andreas (bisher) 506. Michel Peter (in den Gemeinderat gewählt) 491. Bozic Marko (bisher) 483. Für Michel Peter und Franz Christ rücken nach: Gebs Roger (neu) 477. von Allmen Marcel (neu) 463. Nicht gewählt: Handschin Daniel (bisher) 462. Kölliker Andrea 443. Schneider Alexandra 436. Zangari Stefan 417. Haug Adrian 413.

FDP: gewählt: Beutler Georges (bisher) 671 Betschart Christoph (bisher) 584. Boss Pia (bisher) 571 Ritschard Philippe (in den Gemeinderat gewählt) 563. Burkhard Hans Rudolf (in den Gemeinderat gewählt) 559. Daumüller Fredi (neu) 534. Rico Edith (bisher) 508. Michel Paul (bisher) 504. Für Philippe Ritschard und Hans Rudolf Burkhard rücken nach: Chevrolet André (neu) 504. Schmidhauser Corinne (neu) 499. Nicht gewählt: Künzli Beat (bisher) 442. Fuchs Oliver 425. Müller Patrick 378. Künzli Michaela 365. Reinle Bruno 327. Willi Philippe 248.

PUM: nicht gewählt: Lobsiger Verena (bisher) 96.

SP und Gewerkschaften: Gewählt: Simmler Dorothea (bisher) 600. Rougy Dimitri (bisher) 545. Liechti Anja (bisher) 537. Simmler Florian (bisher) 530. Reimann Maria (bisher) 487. Tschanz Heinz (neu) 475. Romang Hans (neu) 461. Nicht gewählt: Eymann Claudia 445. Holzer Jürg 439. Rougy Nathalie 431. Huber Christine 427. Boss-Gerber Christiane 415. Boedtker Monika 406. Marmini Fabio 393. Aebi Margrit 380.

Grüne: gewählt: Weinekötter Bernhard (bisher) 443. Hänggi Sandra (bisher) 364. Kupfer Fritz (bisher) 325. Nicht gewählt: von Hintzenstern Susanne 274. Reusser Gabriela 249. Aulbach Adrian 237.

EDU: gewählt: Balmer Ueli (bisher) 250. Nicht gewählt: Jungen Christian 143. Reichen Josia 120. Kaufmann Anita 91. Lema Katharina 87.

EVP: gewählt: Schütz Lorenz (bisher) 271. Amacher Sabrina (neu) 203. Scheurer Christof (neu) 182. Nicht gewählt: Dummermuth Andreas 174. Bühler Marianne 172. Hari Markus 135. Ottersberg Sarina 128. Schütz Helena 123. Gafner Hanspeter 121. Rüegsegger Rita 120. Calce Andrea 111. Neukom Andrea 107. Kaufmann Lukas 103. Boldt Anja 101. Heiniger Ursula 101. Neukom Winfried 99. Wilhelm Christine 99. Gehrig Ursula 98. Hari Lukas 94. Heiniger-Zimmermann Hedi 83. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.09.2016, 20:44 Uhr

Reaktionen der Parteien

Klar, für FDP-Präsident Fredi Daumüller war es ein Freudentag: «Ja, wir freuen uns und sind stolz auf diesen Wahlsieg», sagte er als erste Reaktion. Den Erfolg führe er vor allem auf «die gute Kandidatenliste mit bekannten Namen» zurück. Daumüller ist überzeugt, dass die bürgerliche Mehrheit im Parlament ihre Spuren hinterlassen werde. Und: «Nach den Wahlen ist vor den Wahlen» – dies im Hinblick auf das Gemeindepräsidium, das in vier Jahren frei wird.

Den Sieg der FDP anerkennt ihr bürgerlicher Partner. SVP-Präsident Franz Christ: «Wir können neidlos eingestehen, dass die FDP gut gearbeitet hat.» Die Verluste seiner eigenen Partei sehe er «nicht so schwarz», zumal Gemeinderat Peter Michel «trotz viel Gegenwind aus allen Richtungen noch ein gutes Resultat erzielt hat». Und überhaupt: «Nun gibt es auch im GGR eine klare bürgerliche Mehrheit.»

Vor dieser Mehrheit habe er «eigentlich keine Angst», beschwichtigt SP-Präsident Alfred Schenk. Denn: «Erstens handelt es sich meistens um Sachgeschäfte, die kaum ans Parteibuch gebunden sind.» Zweitens werde seine Parteifraktion an den GGR-Sitzungen «wie bisher möglichst immer komplett anwesend sein». Er selber hingegen trete nun von der politischen Bühne ab. Und die kleineren Parteien?

EVP-Präsident Lorenz Schütz: «Wir haben den Sitzgewinn wohl vor allem der altersmässig vielseitigen Kandidatenliste zu verdanken.» Sandra Hänggi, Grüne: «Wir sind sehr zufrieden und werden weiterhin Allianzen schmieden.» Das sagt auch Christian Jungen, EDU: «Wir werden auch künftig die Kooperation mit anderen Parteien pflegen.» Verena Lobsiger: «Ich werde mich wahrscheinlich neu orientieren.» aka

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