Die Diskussion um Bus und Bahn

Leissigen

Kreuzungsstelle, Busverbindung oder Rangieranlage Seebacher: Einwohner von Leissigen befragten am öffentlichen Diskussionsabend den Gemeinderat zum Stand der Dinge.

Beat Steuri vom Verein Leissigen Futura findet: «Der ÖV mit dem Bus ist nicht zuverlässig.»

Beat Steuri vom Verein Leissigen Futura findet: «Der ÖV mit dem Bus ist nicht zuverlässig.»

(Bild: Fritz Lehmann (Archiv))

«Ihre Anliegen werden heute Abend aufgenommen», sagte Gemeindepräsident Bruno Trachsel den Einwohnern von Leissigen am Montag am öffentlichen Diskussionsabend. Etliche Einwohner fragten nach den Modalitäten des Busverkehrs, der im Dezember 2019 in Kraft treten soll.

Der politische Entscheid sei bereits gefällt. Zur Hauptverkehrszeit fährt der Bus im Halbstundentakt zwischen Spiez und Interlaken-West, ausserhalb der Hauptverkehrszeit im Stundentakt zwischen Spiez und Interlaken-Ost.

Gemeinderat Markus Balmer: «Der Haken dabei ist die Situation auf der Strasse A 8. In Spiez bleiben nur fünf Minuten Zeit zum Umsteigen auf den Anschlusszug nach Bern. Bei der hohen, jährlich steigenden Auslastung der Strasse, besonders in den Hauptverkehrszeiten, ist es unsicher, ob der Fahrplan eingehalten werden kann.»

Astra: Keine Bereitschaft

Zudem muss der Bus nach Interlaken bei der Ausfahrt Därligen-Ost die Strasse kreuzen. Die angestrebte Entwicklung der Region Oberland-Ost zeige zudem, dass der Verkehr künftig noch zunehmen werde.

Das Astra signalisiere keine Bereitschaft, die Ausfahrt Därligen-Ost für einen funktionierenden Busbetrieb anzupassen. Auch die Geschäftsleitung der Regionalkonferenz Oberland-Ost könne hier nicht helfen, so Balmer. Gemeindepräsident Trachsel: «Mit einem Brief an den Regierungsrat haben wir gefordert, den Entscheid ‹Bus statt Bahn› zu sistieren.» Einwohnerin Verena Lauener bezweifelte, dass Schüler nach Interlaken rechtzeitig zur Schule kommen.

Beat Steuri vom Verein Leissigen Futura: «Der ÖV mit Bus ist nicht zuverlässig und würde die Attraktivität von Leissigen massiv schmälern. Die Politiker in Bern brauchen ein Signal, um die Situation neu zu be­urteilen.»

BLS baut Einsprachen vor

«Die Gemeinde wird voraussichtlich gegen einzelne Teile der im Dorf projektierten Kreuzungsstelle Einsprache erheben. Man hat von der BLS auch gefordert, zu prüfen, ob die gegenüber dem ursprünglichen Projekt nun deutlich kürzere Kreuzungsstelle nicht auch ausserhalb des Dorfes realisiert werden könnte», so Gemeinderat Balmer auf die Frage von Einwohner Dieter Gaisser.

Eine Verschiebung der Kreuzungsstelle sei zwar technisch wohl machbar. Es sei jedoch wegen benötigter Seeaufschüttungen fraglich, ob diese Variante bewilligungsfähig sei. Betreffend die Speisleitungen und deren hohe Strahlenbelastung sagte Balmer: «Die BLS hat stark signalisiert, dass sie bereit ist, die Speisleitungen in den Boden zu verlegen.

Zudem versucht sie, vor der Projektauflage die offenen Punkte mit uns gütlich zu regeln, damit es nicht erst zu vielen Einsprachen kommt.» Balmer bestätigte zudem Einwohner Urs Ringgenberg, dass die geplante Erhöhung der Mauer in der Steinerkurve so gebaut werde. Beat Steuri appellierte an die Einwohner: «Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir alle zusammenstehen!»

Berner Oberländer

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