Die Chefs helfen, und die Helfer feiern

Wengen

Am 26. Donatoren-Riesenslalom und 6. Lauberhorn-Skifest in Wegen siegten Oberländer.

Vera Brawand (l., Grindelwald) und Marc Gassmann (Wengen) fuhren am Lauberhorn am schnellsten. Foto: Ueli Flück

Vera Brawand (l., Grindelwald) und Marc Gassmann (Wengen) fuhren am Lauberhorn am schnellsten. Foto: Ueli Flück

Am vergangenen 19. Januar waren 37'000 Zuschauer live dabei, als Beat Feuz den Lauberhorn-Abfahrtssieg knapp einem Österreicher überlassen musste. 1'064'100 Zuschauer verfolgten das Rennen am Deutschschweizer Fernsehen. Beides Rekord. Dass die 89. Internationalen Lauberhornrennen zum grossen Erfolg wurden, war auch ein Verdienst von annähernd 1'000 freiwilligen Helfern (nebst Militär und Zivilschutz).

Das Organisationskomitee weiss das zu schätzen und lädt Helferinnen und Helfer zusammen mit den Donatoren jeweils rund zwei Monate nach den Weltcuprennen zu einem Skirennen und einem Fest ein.

Es ging zu und her wie an einem Weltcuprennen. Streckenchef und Kurssetzer Heinz von Allmen hatte die Riesenslalomtore zwischen dem Abfahrtsstarthaus (2315 m ü. M.) und dem Wengensee (2160 m ü. M.) gesetzt. Als Wettkampfleiter war Bob Lehmann im Einsatz.

Therese Gertsch zeichnete als Vorfahrerin eine elegante Linie durch die Tore auf der weltcupmässig hergerichteten Piste. Präpariert hatte diese Peter Näf, der Pistenchef Kleine Scheidegg. Er fuhr dann im Rennen auf «seiner» Piste zum souveränen Kategoriensieg. Im Grosseinsatz stand Peter Aeschimann (Matten), der Präsident des Trägervereins Lauberhornrennen.

Zuerst verpasste er einen Podestplatz in seiner Kategorie lediglich um eine Hundertstelsekunde, dann gratulierte er seiner Frau Esther zum Sieg (Jahrgänge 1949 bis 1958), und schliesslich kam er dem Auftrag nach, die Startnummern einzusammeln. Am Ziel schenkte Guido Meyer auch Chlepfmoscht und Rebensaft ein.

Souveräne Tagessieger

Die Starter in der «höchsten» Kategorie (Jahrgang 1948 und älter) zeigten, wie zwäg und sicher auf den Ski sie sind. Einmal mehr der Schnellste war der Wilderswiler Hannes Stähli – Bergführer, Skilehrer, Skitrainer, vierfacher Eigernordwandbezwinger und Lauberhorn-Donator seit 36 Jahren.

Er gewann vor dem Beatenberger Sportfachhändler Franz Grossniklaus (15 Jahre Donator) und dem Grindelwalder Walter Steuri (Ex-CEO Jungfraubahnen, 9 Jahre Donator). Der Wengener Jost Brunner, Ehrenmitglied der Lauberhornrennen, verpasste das Podest knapp.

Den Tagessieg holten sich die 49-jährige Grindelwalderin Vera Brawand und der 34-jährige Wengener Marc Gassmann. An den Weltcuprennen steht dieser als Abschnittschef (von oberhalb Hanegg bis oberhalb Zielhang) im Einsatz.

Bei Speis und Trank wurde im und ums Zielhaus in Innerwengen gefestet. OK-Präsident Urs Näpflin rühmte die Donatoren sowie die Helferinnen und Helfer über den grünen Klee und dankte nach allen Seiten.

Vom 17. bis 19. Januar 2020 findet das 90. Lauberhornrennen statt. Wer am vergangenen Samstag gefestet hat, wird sicher wieder im Einsatz sein. Als Helferin und Helfer.

Die Ranglisten sind unter www.lauberhorn.ch, Rennen, Ranglisten, einsehbar.

Berner Zeitung

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