Wengen

Die Aufsicht soll verbessert werden

WengenEin Sponsor für das Phosphatmanagement, invasive Neozoen, eine konsequente Kontrolle in der Fischereiaufsicht: Das waren Themen an der Hauptversammlung des Kantonal-Bernischen Berufs­fischer-Verbands.

Präsident Silvano Solcà (links) und Organisator Beat Abegglen an der Hauptversammlung des Kantonal-Bernischen Berufsfischer-Verbands in Wengen.

Präsident Silvano Solcà (links) und Organisator Beat Abegglen an der Hauptversammlung des Kantonal-Bernischen Berufsfischer-Verbands in Wengen. Bild: Monika Hartig

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«Ich habe mit Fischern gesprochen, die zum Teil schon seit 30 Jahren nicht mehr kontrolliert worden sind», sagte Peter Fiechter vom Bernisch-Kantonalen ­Fischereiverbands, Pachtvereinigung Interlaken.

Das soll sich nun ändern: «Im Bereich Fischereiaufsicht sollen neu Aufsicht und Kontrolle konsequent gehandhabt, verbessert und verstärkt werden», erklärte Dr. Thomas Vuille, Fischereiinspektor des Kantons Bern, an der Hauptversammlung des Kantonal-Bernischen Berufsfischer-Verbands (KBBV) im Hotel Bären in Wengen.

Und Grossrätin Marianne Schenk informierte dort, dass sie eine Interpellation eingegeben habe: Die freiwillige Fischereiaufsicht soll vom Kanton als öffentliches Amt anerkannt und damit attraktiver, etwa für Hobbyfischer, werden. Die Antwort wird für März erwartet.

Gewinn von 923.90 Franken

Die 12 Stimmberechtigten beschlossen, dass künftig nur schriftliche und begründete Entschuldigungen akzeptiert werden. 2016 schliesst bei einem Aufwand von 4240.85 Franken mit einem Gewinn von 923.90 Franken. Präsident Silvano Solcà informierte im Jahresbericht etwa über die Seeabsenkungen im Thuner- und im Bielersee im Sommer, die starke Strömungen verursachten und so das Plankton ausschwemmten.

Solcà berichtete von Workshops, etwa über die Zukunft der Schweizer Berufsfischerei. Oder dem Kampf gegen den Phosphatrückgang, der hohe Kosten verursacht. Solcà: «Wir suchen dafür einen Sponsor.» Die Phosphatstände aus dem Workshop: Thunersee 4,8, Brienzersee 3,6 und Bielersee 15 Mikrogramm.

«Vom Phosphatstand hängt es ab, wie viele Kilogramm Fischertrag pro Hektar Fläche produziert werden können», sagte Christoph Küng, Leiter Fischereiwirtschaft im Fischereiinspektorat des Kantons Bern. So ergab etwa der Thunersee 2016 einen Ertrag von 36 Tonnen Fisch, davon 34 Tonnen ­Felchen, «der Brotfisch».

Aus dem Bielersee holten die Fischer 84 Tonnen, vor allem Weissfisch. Berufsfischer Beat Abegglen teilte in seinem Jahresbericht mit, dass der Bestand an Seeforellen im Brienzersee weiterhin sehr gut sei und dass die Felchen an Gewicht zulegten.

Bedrohung durch Neozoen

Fischereiinspektor Vuille informierte über kantonale Projekte und den Zeitplan für Renaturierungen. Bis 2022 muss die Aufwertung der Seeufer abgeschlossen sein. Vuille: «Grosse Sorgen machen uns derzeit invasive Neozoen wie etwa die Schwarzmeergrundel. Diese verbreiten sich rasch in der Region Basel rheinaufwärts europaweit und ver-drängen den einheimischen Fischbestand.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 13.02.2017, 12:55 Uhr

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