Der Verband der Samariter schrumpft

Spiez

Der Samariterverband Bern-Oberland ist in fünf Jahren um sechs Vereine kleiner geworden.

<b>Für 25 Jahre Aktivität im Samariterverein</b> haben diese Leute die Henry-Dunant-Medaille redlich verdient.

Für 25 Jahre Aktivität im Samariterverein haben diese Leute die Henry-Dunant-Medaille redlich verdient.

(Bild: Rösi Reichen)

Seit 50 Jahren wirkt Alfred Bühler im Samariterwesen und ist weitherum bekannt. 1964 absolvierte er im Verein in Reichenbach den Samariterkurs, bildete sich zum Samariterlehrer weiter, gab sein Wissen von 1969 bis 2019 in Kursen weiter, von 1980 bis 2013 auch im Verein Därligen.

Von 1972 bis 1976 und von 1992 bis 2000 war er Präsident des Vereins Reichenbach und von 1985 bis 1992 Präsident des Samariterlehrerverbands Frutigen, Simmental, Saanen.

Für diesen ausserordentlichen Einsatz verliehen ihm die Delegierten die Ehrenmitgliedschaft des Samariterverbandes Bern-Oberland (RVBO). Der Präsident des Reichenbacher Samaritervereins, Daniel Bettschen, sagte: «Alfred Bühler war für mich wie ein Vater im Samariterverein Reichenbach.»

Bühler war gerührt und erinnerte sich an die Holger-Nielsen-Rückendruck-Armzug-Methode vor 50 Jahren und nachfolgend die Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzmassage und Reanimierung mit dem Defibrillator.

Es geht ums Geld

Das Samariterwesen sei überflüssig, habe Geld und Ansehen verloren. Schon länger sagte Kurt Locher vom Kantonalverband: «Im Schweizerischen Samariterbund brennt es!» Das ist noch immer so.

Doris Wolf vom Kantonalverband versuchte die Wellen zwischen der Basis und dem Schweizerischen Samariterbund (SSB) zu glätten, der in Geldnot steckt und bei den Unterverbänden um Geld anklopft. In kleinen Schritten gehe es vorwärts, aber noch mit Stolpersteinen. Eine Neufinanzierung des SSB sei im Gang. Wolf rief auf zur Einigkeit, bat die Delegierten um Unterstützung.

Die neuen Lehrgänge stossen auf Kritik, Samariter- und Klassenlehrer demissionieren. Die Vereine sind überaltert, junge Leute und der Nachwuchs fehlen. Bis vor fünf Jahren zählte der RVBO noch 53 Vereine, jetzt sind es noch 47, bedauerte Präsident Jakob Lehnherr.

Kandergrund, Aeschi, Frutigen, Bönigen, Beatenberg und eventuell das Diemtigtal geben auf. Es gäbe aber bessere Lösungen, gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit, allenfalls die Fusion.

An der Delegiertenversammlung wurden 83 Stimmkarten verteilt, 34 Vereine waren vertreten. Die Rechnung 2018 schloss bei Einnahmen von 40'900 Franken mit einem Gewinn von 2500 Franken.

Unerwartete Einnahmen – ein Beitrag aus der Texaid-Postsammlung von 1050 Franken, eine günstigere Kostenstruktur und mehr auswärtige Kursteilnehmer – ermöglichten einen Gewinn von 2'530 Franken.

Bei der Verteilung der Henry-Dunant-Medaillen für 25 Jahre Aktivität im Samariterverein betonte Doris Wolf: «Nur gemeinsam sind wir stark, der Samariterweg ist halt manchmal steinig.» 18 Personen erhielten die begehrte Medaille für ihren uneigennützigen Einsatz in Not und bei Unfällen.

Erhielten die Henry-Dunant-Medaillen: Therese Bähler, Irène Landmesser, Eliane Fischer, Stephan Speck, Yolanda Schmid, Alfred Klossner, Ruth Gobeli, Fränzi Zybach, Roland Brunner, Jakob Zybach, Therese Lois, Heidi Wyss-Brunner, Monika Schmid, Christian Zeller, Ruth Heimberg, Doris Hauswirt, Anita Kreuz Dätwyler, Urs Dätwyler.

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