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Der Rätselweg der Reformation

Zum fünfhundertsten Geburtstag der Reformation haben Jugendgruppen und KUW-Klassen einen Rätselweg rund um die Schlosskirche angelegt.

Wohin gehören Calvin, Zwingli, Müntzer, Luther und Junker Jörg? Katechetin Elsbeth Kunz rückt den ersten Posten zurecht – und warnt vor einer Fangfrage.
Wohin gehören Calvin, Zwingli, Müntzer, Luther und Junker Jörg? Katechetin Elsbeth Kunz rückt den ersten Posten zurecht – und warnt vor einer Fangfrage.
Sibylle Hunziker

Wibrandis Rosenblatt war der Reihe nach mit drei wichtigen Reformatoren verheiratet. Gehörte Zwingli dazu – oder doch eher der Basler Oekolampad? «In der Reformation haben Frauen eine wichtige, wenn auch meist unsichtbare Rolle gespielt», sagt Elsbeth Kunz. Wibrandis Rosenblatt war eine tüchtige und bibelfeste Frau, die ihre grossen und oft turbulenten Pfarrhaushalte kompetent führte – und selbst dann nicht aufgab, als sie Kinder und zwei ihrer Männer durch die Pest verlor.

Im Chor der Schlosskirche Interlaken haben die Katechetin Elsbeth Kunz und ihre Siebtklässler dieses Leben als Puppenszene für den zehnten und letzten Posten des Rätselwegs der Reformation nachgestellt. «Mir war es wichtig, auch auf das Leben und Wirken der Frauen während der Reformation hinzuweisen», sagt Elsbeth Kunz.

Kreativ gefragt

Den Rätselweg der Reformation hat das Team für die kirchliche Unterweisung (KUW) und für die kirchliche Jugendarbeit mit viel Begeisterung gemeinsam gestaltet. «Wir arbeiten alle gern kreativ und sind ein gutes Team. Jede von uns übernahm mit ihrer Klasse oder Jugendgruppe einen oder zwei Posten.»

So entstand ein facettenreicher und spannender Postenlauf, der einmal rund um die Schlosskirche und schliesslich in den Kirchenchor führt. Da gilt es etwa die Figuren der grossen Reformatoren den Orten ihres Wirkens zuzuordnen; ein Körbchen mit duftenden Kräutern aus dem Klostergarten regt zum Nachdenken darüber an, welche architektonischen Spuren das alte Kloster im Schlosshof hinterlassen hat; ein aus Milchbeuteln geformter Laib hilft weiter bei der Frage, wie der erste Kappeler Krieg beendet wurde; und in einer Ecke hinter der Kapelle wartet eine richtige Schatz­truhe.

«Die Jugendlichen haben gut und interessiert bei diesem etwas anderen Unterricht über die Reformation mitgemacht», freut sich die Katechetin. Und manchmal haben sie auch gestaunt – etwa über das Bild von Wibrandis Rosenblatt, auf dem die Pfarrersfrau Kopftuch und Haube trägt wie heute Frauen aus manchen islamischen Ländern.

Bis Ende April

Im Gottesdienst vom 15. Januar wurde der «Rätselweg der Reformation» eingeweiht. Seither hat Elsbeth Kunz jede Woche den Briefkasten neben der Kirchentür geleert, und immer fand sie etliche ausgefüllte Postenblätter. Schulklassen, Familien, Einzelpersonen, auch ausländische Gäste – alle machen mit und lernen dabei auch gleich das Schlossareal kennen, das bis zur Berner Reformation das Kloster Interlaken war.

Noch bis Ende April bleibt der Postenlauf stehen; dann wird er geräumt – rechtzeitig für die Hochzeitsfotos, für die das Schlossareal ab Mai eine beliebte Kulisse abgibt.

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