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Der neue Stern am Scherenschnitthimmel

Hans-Jürgen Glatz eröffnete die Scherenschnittausstellung mit Werken von Marc Schweizer im Restaurant Hüsy.

Sophie Jaggi
Marc Schweizer (links) und Hüsy-Wirth Hans-Jürgen Glatz eröffneten die Scherenschnitt- Ausstellung im Hüsy Blankenburg in Zweisimmen.
Marc Schweizer (links) und Hüsy-Wirth Hans-Jürgen Glatz eröffneten die Scherenschnitt- Ausstellung im Hüsy Blankenburg in Zweisimmen.
Sophie Jaggi

Für Hüsy-Wirt Hans-Jürgen Glatz war es eine ausserordentliche Freude, einen so jungen und begabten Künstler an der Vernissage vorzustellen: «Ein neuer Stern am schweizerischen Scherenschnitthimmel strahlt hell und erleuchtet die Herzen der Menschen.»

Marc Schweizer wurde 1987 in Zweisimmen geboren, wo er auch die Schule besuchte. Mit 8 Jahren entdeckte er dank seiner Mutter, die einen Scherenschnittkurs ­besuchte, seine Leidenschaft zum Scherenschnitt. An einer Gemeinschaftsausstellung durfte er bereits mit 16 Jahren im Hüsy Blankenburg drei Scherenschnitte ausstellen.

Nun, 15 Jahre später, kann man seine erste Einzelausstellung bewundern. Als gelernter Hochbauzeichner und Architekt sind ihm Exaktheit, Perspektiven, Feinheit und Präzision wichtig, und das ist auch in seinen Werken deutlich zu erkennen.

Seine Arbeit ist geprägt von Tradition, Innovation und Neuinterpretation. Seine Werke sind oft auch mehrfarbig, mit Blattgold unterlegt oder mit Holzfurnier und Naturmaterialien kombiniert.

Die Natur als Ideenquelle

Die Natur dient dem Künstler als unerschöpfliche Ideenquelle, zu sehen bei «Vögel und Gefieder», «Federn vom Jungelhahn» oder den vielen Darstellungen von einheimischen Wild- und Haustieren. Bezaubernd sind die mehrfarbigen Papierschnitte mit den Titeln «Matterhorn», «Zinalrothorn», «Eiger, Mönch, Jungfrau». Auch lässt Marc Schweizer seine Erlebnisse und Eindrücke seiner teilweise mehrmonatigen Fernwanderungen in seine Werke einfliessen.

Schier unglaublich und wohl einzigartig auf der Welt ist sein Winzling (Vorbild Engelhard Schmitt) «Miniaturbaum mit 1161 Ästen» in der Grösse einer 1-Euro-Münze. Dazu gehört auch sein «Miniaturalpaufzug» 87 mal 67 Millimeter gross. Ohne Vergrösserungsgläser unmöglich zu schneiden.

Oder da sind einige auf Glas applizierte Schnitte. Sie sind so fein geschnitten, dass, wenn der Scherenschnitt wie üblich auf Papier geklebt worden wäre, die feinsten Verzierungen und Konturen gar nicht sichtbar wären. «Alpaufzug stilisiert» und «Kuhporträt 2» sind zwei weitere Beispiele von Neuinterpretationen nach Marc Schweizers grossem Vorbild Ueli Hofer.

Es ist wunderbar, zu entdecken, wie ein junger Künstler mit seinen Ideen, Neuinterpretationen, seiner grossen Kreativität und seiner Liebe zum Detail seine Werke mit Leidenschaft entstehen lässt. Damit leistet er auch einen grossen Beitrag zur Weiterentwicklung der Scherenschnitt- und Papierschnittkultur.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 8. April und ist jeweils von Mittwoch bis Sonntag geöffnet.

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