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Unspunnenfest: Der Luftraum wird zeitweise gesperrt

Wenn die Luftwaffe in die Luft geht, bleiben private Piloten mit Gleitschirmen und Deltaseglern am Boden. Während des Unspunnenfests gleich mehrere Male. Aber auch wenn geflogen werden darf, ist im Zentrum von Interlaken Vorsicht geboten.

Das Festgelände auf der Höhematte in Interlaken mit der Schwingarena rechts.
Das Festgelände auf der Höhematte in Interlaken mit der Schwingarena rechts.
Fritz Lehmann

Die Höhematte ist ein beliebter Landeplatz im Zentrum von Interlaken für Gleitschirmflieger und Deltapiloten. Allein an Passagierflügen mit Paraglidern werden 40 000 Landungen jedes Jahr gezählt, da sind die privaten Piloten noch nicht mitgerechnet. Doch wegen der Infrastrukturbauten des Unspunnenfests ist aber die Landematte «geschrumpft», und beim Landeanflug entstehen Zusatzgefahren, wie die Organisatoren mitteilen. «Nebst einer grossen Infrastruktur mit einer riesigen Schwingarena und vielen Zelten wird quer über das ganze Festgelände auf etwa 20 Metern Höhe ein Seil für die sogenannte Wingcam (Kamera auf Seil) gespannt.

Doch damit nicht genug. Während des Unspunnenfests hat es auf der Höhematte auch allerlei Tiere – Stiere, Kühe und Rinder –, die in der Schwingarena mehrmals vorgeführt werden. «Dabei dürfen die Tiere keinesfalls durch Überflüge erschreckt werden, das könnte fatale Folgen haben.» Aber auch die zu erwartenden Menschenansammlungen könnten für Gleitschirmflieger gefährlich werden. «Da gilt es, Massenpaniken zu vermeiden.» Und man könne kaum sicherstellen, dass sich ­alle nur dort aufhalten, wo es für sie vorgesehen ist. «Einzelne Festbesucher könnten die Höhematte auch queren und dadurch Landeanflüge zusätzlich erschweren.»

Gilt auch für Drohnen

Gemäss dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) besteht vom 1. bis 3. September ein temporäres Flugverbot. Urs Holderegger, Leiter Kommunikation Bazl: «Am Unspunnenfest werden sowohl das PC-7-Team wie auch die Patrouille Suisse der Schweizer Luftwaffe Vorführungen und Trainingseinsätze fliegen.»

Aus Sicherheitsgründen werde standardmässig während der Vorführungen eine temporäre Luftraumsperre verfügt, an die sich alle Luftraumbenützer zu halten hätten. «Wer in einen gesperrten Luftraum hineinfliegt, muss je nach Schweregrad mit einem Strafverfahren und einer Busse rechnen.»

Gemäss dem Luftfahrtgesetz (Art. 91) können Piloten mit einer Busse von bis zu 20 000 Franken bestraft werden.

Urs Holderegger: «Bei militärischen Vorführungen sind jeweils auch Beobachter am Boden anwesend, die den Luftraum kon­trollieren.» Zudem werde der Schweizer Luftraum überwacht, und die Flugsicherung könne feststellen, ob sich ein Luftfahrzeug einem gesperrten Luftraum annähert.

«Die Luftraumsperre gilt auch für Drohnen, diese dürfen auch sonst nicht ohne Bewilligung durch das Bazl nahe an oder über einer Menschenmenge ­fliegen.»

Gesperrte Startplätze?

Hansjürg Wüthrich, Präsident Deltaclub Interlaken, erklärt, die über 800 Clubmitglieder seien über die Website und soziale Medien informiert worden. «Voraussichtlich werden wir auch die von uns betriebenen Startplätze am 1. und 2. September sperren.» Es sind dies Amisbühl, Bergbo, Chalet und Hohwald. «Wenn aber jemand von einem höher gelegenen Startplatz in den gesperrten Luftraum einfliegt, kann der Club nichts unternehmen.»

Wüthrich appelliert an die Eigenverantwortung der Piloten. Dazu gehört auch, vor jedem Flug zu prüfen, ob Gefahren und Einschränkungen im Luftraum vorherrschen.

Informationenüber Luftraumsperrungen sind tagesaktuell unter www.skybriefing.com abrufbar.

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