Oberland

Der Hüttensommer kann kommen

OberlandEin Grossteil der 26 ständig bewarteten SAC-Hütten in den Berner Alpen hat den Sommerbetrieb ­aufgenommen. Der Zustieg ist überall ­problemlos zu bewältigen.

Toni Brunner vor dem neuen Sanitäranbau neben der Mutthornhütte. Daneben Hüttenkatze Kascha, die letztes Jahr sogar ständig hinter Toni ­Brunner her bis auf den Gipfel des Mutthorns (3034m) gestiegen war.

Toni Brunner vor dem neuen Sanitäranbau neben der Mutthornhütte. Daneben Hüttenkatze Kascha, die letztes Jahr sogar ständig hinter Toni ­Brunner her bis auf den Gipfel des Mutthorns (3034m) gestiegen war. Bild: Anita Brunner

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Wenn das mal kein vielversprechender Sommerbeginn ist: Die Hüttenwarte der höher gelegenen Refugien schwärmen von perfekten Tourenverhältnissen. «Und zwar zu Fuss oder mit Ski», ergänzt Christoph Sager, Hüttenwart der Konkordiahütte hoch über dem Aletschgletscher. Seit Mitte Juni hat er mit seiner Familie die Hütte offen; «insbesondere unter der Woche haben wir noch viel Kapazitäten, kaum Reservationen».

Auch der Bergführer und Pächter der Mutthornhütte Toni Brunner stieg letzten Mittwoch über den Tschingelgletscher auf und eröffnete den Betrieb mit neu erbautem Anbau für die sanitären Einrichtungen am letzten Samstag. «Der Schnee auf dem Hüttenweg über den Gletscher ist gut begehbar, man bricht nicht ein.»

Peter Schläppi von der bereits am 9. Juni eröffneten Gelmerhütte: «Die Verhältnisse am Diechterhorn und der Übergang zur Trifthütte sind momentan perfekt.» Was Artur Naue von der letztgenannten, ebenfalls vor zweieinhalb Wochen eröffneten Hütte bestätigen kann. «Wir waren aber erst mal drei Tage lang am Freipickeln des Hüttenwegs; es hat stellenweise noch einige Schneefelder, obwohl es generell eher weniger Restschnee hat als in anderen Jahren.»

Viel Schnee haben auch die beiden Zustiegspfade zur am 16. Juni geöffneten Blümlisalphütte vom Oeschinensee und von der Bundalp her. «Es dauert noch ein paar Tage, bis diese ­Reste vollständig abgeschmolzen sind», sagt Bergretter und Hüttenwart Hans Hostettler.

Beim langen Zustiegsweg zur Baltschiederklause «wird der Lawinenschnee wohl an einigen Orten die ganze Saison lang liegen bleiben», mutmasst Hüt­tenwartin Jolanda Stettler. Entsprechend hat sie an einzelnen Stellen Markierungsstöcke gesteckt. Stettler hat den Hüttenbetrieb am letzten Samstag aufgenommen.

Neue Hüttenwarte

Seit dem 9. Juni wird die Windegghütte von einer neuen Hüttenwartin betreut: Die Fricktalerin Adrienne Thommen mit elf Jahren Hüttenerfahrung in der Sewenhütte östlich des Sustenpasses will langfristig dem Sportklettern rund um die Windegghütte mehr Gewicht geben und offeriert den Hüttengästen Fricktaler Plättli und Wildsau, aber auch Oberhasler Bergkäse. Ebenfalls neue Hüttenwarte hat die Bächlitalhütte: Esther und Bernhard Bitschnau nahmen den Betrieb am 16. Juni auf: «Wir versprechen uns mit unserer neuen Aufgabe viele spannende und offene Begegnungen.»

Den Betrieb aufgenommen haben am letzten Wochenende Monika und David Schmid in der Wildhornhütte. «Der Hühnerstall ist instand gestellt, Hühner, Katze und unser Hund Ben sind auch oben, und wir freuen uns auf unseren zweiten Hüttensommer», so Monika Schmid.

Erst am kommenden Freitag in Betrieb geht die Wildstrubelhütte, letztmals unter dem Hüttenwartepaar Katja und Thomas Heiniger. Nach vier Jahren in der Gspaltenhornhütte und drei in der Wildstrubelhütte werden die beiden Ende Sommersaison ihre Hüttenwartkarriere beenden. Ab dem 14. Juli kann die Strubelhütte wiederum einfach ab Crans-Montana via Plaine Morte erreicht werden, was letztes Jahr infolge Revisionsarbeiten der Gondelbahn nicht möglich war.

Als Einzige nahtlos durchgezogen hat Gisela Teuscher in der Tierberglihütte: Sie hat seit Mitte März offen und bleibt bis Mitte Oktober oben, wenn es das Wetter erlaubt. «Ich hatte eine erfreuliche Skitourensaison; vor allem der April war sehr gut.» Am 28. Juli steigt am Tierbergli das zweite von Gisela Teuscher ins Leben gerufene Hüttenfest mit volkstümlicher Musik.

Problem Stromversorgung

Die folgenden übrigen SAC-Hütten sind ebenfalls bereits im Sommerbetrieb: Balmhorn, Doldenhorn, Dossen, Fründen, Gauli, Gelten, Gleckstein, Gspaltenhorn, Lämmeren und Lauteraarhütte. Die Finsteraarhorn- und die Schreckhornhütte gehen heute Dienstag auf. Bei Letzterer muss in den nächsten Tagen noch die Stromversorgung gesichert werden; neue Akkus und leistungsfähigere Sonnenkollektoren sollen dieses Problem lösen.

Mit der Hollandiahütte morgen Mittwoch und der Oberaarjoch- und der Oberaletschhütte am Wochenende werden die drei letzten Hütten der Berner Alpen den Sommerbetrieb aufnehmen. Die Oberaletschhütte wird seit diesem Winter durch die gebür­tige Bündnerin Irene Aeberhard bewartet. (Berner Oberländer)

Erstellt: 26.06.2018, 06:30 Uhr

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