Der Hasli-Stern soll weit strahlen

Meiringen

Das Heimatwerk Haslital hat einen neuen Laden – und will schweizweit zu einer bekannten Marke werden.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

«Viel luftiger ist es», sagt eine Kundin. Sie streift durch das neue Ladenlokal des Heimatwerks Haslital an der Rudenz 10. Es wurde gestern eröffnet. Einen Steinwurf entfernt, an der Rudenz 4, befand sich der alte Laden. «Hauptgrund für den Wechsel waren die Platzverhältnisse, am neuen Standort haben wir mehr Büro- und Lagerraum», sagt Regula Kuhn. Und die Miete sei tiefer.

Regula Kuhn erklärt die Standortwahl. Video: ngg

Kuhn ist Präsidentin der Verwaltung. Das Heimatwerk Haslital ist als Genossenschaft organisiert. «Am neuen Standort schliesst sich ein Kreis», erzählt sie. Der Grossvater von Verkaufsleiterin Sabine Bütikofer vertrieb hier einst Rubi-Rucksäcke, ähnlich wie die Heimatwerk-Produkte ebenfalls handgemacht.

«Wir müssen uns bewegen, vom etwas verstaubten Image wegkommen.»Franziska Anderegg, Verwaltungsmitglied Heimatwerk Haslital

Mit dem Umzug hat das Heimatwerk auch einen Namenswechsel von Oberhasli zu Haslital vollzogen und das Marketingkonzept überarbeitet. «Wir wollen uns an der Tourismusdestination orientieren, schliesslich bewegen wir uns mit unseren Produkten in diesem Markt», sagt Franziska Anderegg, die in der Verwaltung das Marketing innehat. «Wir müssen uns bewegen, vom etwas verstaubten Image wegkommen», erklärt Anderegg die Richtung. Ziel sei es, mit der Heimatwerk-Marke, mit dem Kennzeichen Haslistern, auch bei der jüngeren Generation anzukommen.

Franziska Anderegg erklärt die Wachstumspläne. Video: ngg

Und das Heimatwerk wolle wachsen und schweizweit präsent sein: «Wir wollen mit unseren Haslistern-Produkten einen Souvenirstatus erreichen – ähnlich wie eine Trauffer-Kuh oder ein Glarner Tüchli.» Heisst: Wer an ein Schweizer Souvenir denkt, soll auch an die handgemachten Produkte mit dem Stern aus dem Oberhasli denken.

Das Wachstum sei nötig, um überleben zu können. Erreicht werden soll dies mit neuen Distributionskanälen – einerseits über die neue gestaltete Website inklusive Shop, anderseits auch mittels neuer Verkaufsflächen und Partnerschaften.

Um die Jungen als Kunden zu gewinnen, hat das Heimatwerk mit Kletterer Yannick Glatthard einen Botschafter engagiert. Und den Hashtag #Myjhaslistern lanciert. Glatthard konnte an der Eröffnung nicht teilnehmen, da er in Amerika weilt.

Yannick Glatthard mit dem Klassiker: das Haslistern-Stirnband.

Web-Nachwuchs steht bereit

Der Haslistern findet sich auf allen Produkten, die aus der Weberei des Heimatwerks kommen. Dort arbeiteten aktuell vier Weberinnen, drei würden gerade angelernt und in das alte Handwerk eingeführt, so Sabine Bütikofer, die das fünfköpfige Verkaufsteam leitet. «Wir würden gerne noch mehr anlernen, haben aber im Moment keine Kapazitäten.» Um das Handwerk zeigen zu können, sei auch ein «Schauweben» im Verkaufsladen angedacht, verrät Regula Kuhn.

«Unsere finanziellen Mittel sind beschränkt, wir sind auf die Genossenschafter und Gönner angewiesen.»Regula Kuhn, Verwaltungspräsidentin Heimatwerk Haslital

«Die Weberinnen sind Frauen mit einem alten, überlieferten Wissen», so Franziska Anderegg. Dieses Wissen und eine solide finanzielle Basis gelte es mit in die Zukunft zu nehmen. «Unsere finanziellen Mittel sind beschränkt, wir sind auf die Genossenschafter und Gönner angewiesen», erklärt Regula Kuhn.

Das neue Ladenlokal bietet übrigens nicht nur Produkte mit Stern aus der Weberei. Mit den Cuboro-Spielsteinen vom Hasliberg oder den Schlitten von Dres Zumbrunn sind weitere Oberhasler Produkte zu kaufen. Anderegg: «Und die übrigen Produkte stammen fast zu hundert Prozent aus der Schweiz, das ist uns wichtig.»

Der Heimatwerk-Laden an der Rudenz 10 ist jeweils Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 18.30 Uhr sowie am Samstag von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

www.heimatwerk-haslital.ch

Berner Oberländer

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