Der Entscheid Bahn oder Bus fällt erst am Donnerstag

Die Diskussion im Grossen Rat zum Angebotsbeschluss 2018 bis 2021 wurde am Mittwoch nicht abgeschlossen. Wie erwartet gab vor allem der Regionalverkehr zwischen Inter­laken und Spiez zu reden.

Eine Delegation der Gemeinde Leissigen mit Gemeindepräsident Bruno Trachsel (links) besuchte das Berner Ratshaus und versuchte die Grossräte zu überzeugen, den Entscheid Schiene oder Strasse zwischen Spiez und Interlaken zu verschieben.

Eine Delegation der Gemeinde Leissigen mit Gemeindepräsident Bruno Trachsel (links) besuchte das Berner Ratshaus und versuchte die Grossräte zu überzeugen, den Entscheid Schiene oder Strasse zwischen Spiez und Interlaken zu verschieben.

(Bild: zvg)

Samuel Günter@samuel_guenter

Noch ist der Entscheid nicht gefallen, ob in Zukunft zwischen Spiez und Interlaken Züge oder Busse verkehren. Am Mittwoch startete im Grossen Rat die Diskussion zum Beschluss über das Angebot im öffentlichen Verkehr für die Fahrplanperiode 2018 bis 2021.Zur Vorgeschichte: Die Regionalkonferenz Oberland-Ost sprach sich für die Buslösung aus, dem schlossen sich Regierung und vorberatende Kommission an. Doch die Gemeinde Leissigen wehrte sich.

Bemängelt wurde unter anderem, dass die Situation bei der A-8-Einfahrt Därligen-Ost zu wenig beachtet wurde. Dort muss die Gegenfahrbahn gequert werden. Kritiker sind überzeugt, dass mit einer Buslösung zu Stosszeiten ein fixer Fahrplan nicht eingehalten werden könne. Auch die BLS weibelte für eine Verschiebung des Entscheids.

Antrag auf Verschiebung

Die Grossräte Lars Guggisberg (SVP, Kirchlindach) und Markus Wenger (EVP, Spiez) beantragten, die Umstellung zurückzustellen. Für Wenger ist die Einfahrt Därligen-Ost für einen Busbetrieb schlicht «unzumutbar». Da müsse erst eine Lösung gefunden werden. Es gehe nicht darum, eine Um­stellung prinzipiell zu verhindern, erklärte Guggisberg.

«Aber sie soll erst erfolgen, wenn auch der Halbstundentakt im Fernverkehr realisiert ist.» Man vergebe sich so nichts. Schliesslich müssten die Bahnhöfe – im Rahmen des Behindertengleichstellungsgesetzes – erst 2022 umgebaut werden. «Es wäre überstürzt, schon jetzt umzustellen.»

Sitzung unterbrochen

Man habe sich den Entscheid nicht leicht gemacht, erklärte Kommissionssprecher Luc Mentha (SP, Liebefeld). Doch die Buslösung sei besser für Där­ligen und Faulensee. Weiter könne so eventuell eingerichtet werden, dass die Leissiger Kinder, die in Interlaken in die Sekundarschule gehen, direkt vor Ort gebracht würden. Und schliesslich: «Der Busbetrieb ist die kostengünstigere und wirtschaftlichere Lösung.»

Bevor die Sitzung um 19 Uhr unterbrochen wurde, kamen verschiedene Fraktionssprecher zu Wort. Für die BDP und die SVP sprachen sich Ueli Frutiger (Oberhofen) und Willy Marti (Kallnach) für den Antrag Guggisberg/Wenger aus. Jakob Schwarz (EDU, Adelboden) und Marianne Dumermuth (SP, Thun) äusserten sich kritisch. Der endgültige Entscheid dürfte am Donnerstag Vormittag gefällt werden.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt