Der Einstieg ist gelungen

Adelboden

Am Eröffnungskonzert des 6. Swiss Chamber Music Festival schuf die Akkordeonistin Viviane Chassot mit Klassik und Tango ein eindrückliches Erlebnis.

Akkordeonistin?Viviane Chassot in Adelboden.

Akkordeonistin?Viviane Chassot in Adelboden.

(Bild: Corina Kobi)

Nationalratspräsidentin und Patronatskomiteemitglied Christa Markwalder traf am Freitagabend bei ihrer Eröffnungs­rede den Nagel auf den Kopf. Sie, welche anlässlich der Eröffnung der 50. Legislaturperiode der Bundesversammlung in einem parteiübergreifenden Bundeshausquartett Cello gespielt hatte, erinnerte daran, dass der Ton die Politik und die Kammermusik ausmache. Dies ist sicher einer der Leitfäden des zum sechsten Mal stattfindenden Swiss Chamber Music Festival.

Meisterwerke von Haydn

Star des ersten Konzertzirkels war die Akkordeonistin Viviane Chassot. Die Virtuosin auf dem Tasteninstrument entwickelte sich bis heute zu einer der gefragtesten Künstlerinnen. Die Musikerin durfte mit fünf Mitgliedern des Kammerorchesters Basel in der voll besetzten Dorfkirche auftreten.

Staunen und Begeisterung begleiteten die Darbietungen, welche Werke von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und den argentinischen Tangokomponisten Astor Piazzolla und Marcelo Nisinman beinhalteten. Joseph Haydn, einer der Favoriten von Viviane Chassot, schrieb Konzerte für Violine und Cembalo. Ein Hochgenuss, die Variante mit Akkordeon zu hören. Mit Energie und einem Lächeln meisterte Chassot die schwierigsten Stellen.

Ungleiche Interpretationen

«Classic meets Tango» hiess der Haupttitel des Abends, der musikalisch umgesetzt wurde. Nisinmans «Sr. Tango» ist für jeden Künstler eine Herausforderung und eine Knacknuss. Scheinbar Atonales löste sich mit reinen Tangoklängen ab und fiel gleich in gruselfilmartige, scheppernde Musik zurück. Die fünf Streicher und Viviane Chassot lösten das Problem mit Bravour.

«Five Tango Sensations», ein Spätwerk von Piazzolla (1921–1992), entsprach dann eher den Vorstellungen der meisten Zuhörer. Die Harmonie unter den sechs Musikern und ihre Spielfreude bei den rhythmischen, schwungvollen, aber auch tragenden Tangoklängen waren nicht zu übertreffen. Das Festival dauert noch bis zum 2. Oktober.

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