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Der Countdown fürs Unspunnenfest läuft

In 107 Tagen ist es soweit: Das Unspunnenfest 2017 in Interlaken wird eröffnet. Am Donnerstag stellten die Organisatoren in Bern den Grossanlass vor.

Anne-Marie Günter
«Wir wollen Stadt und Land zusammenführen, Gräben zuschütten und Traditionen wahren», so die Organisatoren des Unspunnenfests.

Die digitale Tissot-Uhr zeigte 107 Tage, vier Stunden, 26 Minuten und 17 Sekunden vor Festbeginn: Irène Küng, Mitglied der Geschäftsleitung, eröffnete eine reich befrachtete Informationsveranstaltung zum Unspunnenfest in der Welle 7 im Bahnhof Bern. Mit dabei Regierungspräsidentin Beatrice Simon und Ständerat Werner Luginbühl.

Warum Bern? OK-Präsident Ueli Bettler erinnerte daran, dass 1805 Berner Patrizier das Fest ins Leben gerufen haben. Zur Versöhnung von Stadt und Land. Eine Versöhnung mit Nebenwirkung: Das Fest auf den Bergmatten bei der Ruine Unspunnen wurde zur Wiege des Tourismus und liess fast vergessenes Kulturgut aus den Alpen aufleben.

In der Folge wurde dieses wieder gepflegt, aktiv im ganzen Land, und im Lauf der Zeit gehütet von Vereinen und Verbänden. «Das Besondere an Unspunnen ist, dass alle mit dem Brauchtum verbundenen Verbände der Schweiz dabei sind», sagte Unspunnen-Historiker Christoph Wyss. Zwölf sind es an der Zahl. Am zehnten Unspunnenfest ­werden nicht nur Schwinger und Steinstösser, sondern wie 1805 auch die Schützen wieder im Einsatz sein.

Die Liebe zum Einfachen

Die drei Sennen im Mutz auf den Flyern und Plakaten für ­Unspunnen 2017 verschränken trutzig die Arme, Ueli Bettler sprach aber vom Händereichen, vom Verbundensein von Jung und Alt, von Heimat, von Kulturgut und Liebe zum Einfachen.

Unspunnen wird allerdings ein Rekordfest, mit 150'000 Zuschauern, mit 500 Ehrengästen, mit Plätzen und Zelten auf der Höhematte-Ost in Interlaken, mit vielen Merchandising-Produkten und mit der Patrouille Suisse. Ein bisschen Alphirtenambiente wird Vieh verbreiten, das auf der Höhematte-West ­weiden und abends von einem Betruf in den Des-Alpes-Stall begleitet wird.

Trauffer-Song und eine Briefmarke

«Mir si Unspunne»: Miss Helvetia, die Jodlerin Barbara Klossner, sang zusammen mit Schülern aus Unterseen den von Trauffer komponierten und getexteten «Unspunne-Song», bei dem sich «fasch gspunne» auf «Unspunne» reimt.

Solojodler Sämi Zumbrunn stellte den mit Adolf Zobrist und Klaus Rubin komponierten Unspunnen-Jodel vor, und Post-Konzernleiterin Susanne Ruoff enthüllte persönlich die Unspunnenbriefmarke. Per App gibt sie sogar ein Filmchen frei. «Post und Unspunnen passen gut zusammen, sie verbinden Tradition und Innovation, Stadt und Land», sagte Ruoff.

Für Menschen, die viel über Unspunnen, seinen Geist und seine Seele wissen möchten, hat Martin Sebastian das Buch «Unspunnen. Die Feste – Die Geschichte» geschrieben. Titelbild ist der 83,5 Kilo schwere Unspunnenstein. Auch er ist ein Stück Schweizer Geschichte, denn er wurde bei den Auseinandersetzungen zwischen Berntreuen und Jurassiern 1884 gestohlen.

Das Unspunnenfest beginnt am 26. August mit dem Tag der Jugend. Am 27. August ist der Schwinget. Während der Woche finden jeden Tag Brauchtums- und Traditionssportanlässe statt. Am 3. September wird das grosse Finale mit Umzug und Festaufführung gefeiert.

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