Den gordischen Knoten lösen

«Berner Oberländer»-Redaktor Fritz Lehmann über die neusten Entwicklungen beim V-Projekt in Grindelwald.

2012 wurde das V-Projekt präsentiert, seither ist viel Wasser die Lütschine hinuntergeflossen. In der Bevölkerung gingen zur gleichen Zeit die Wogen hoch, Befürworter und Gegner schenkten sich nichts, um ihren Standpunkt durchzusetzen.

Die Bergschafter sagten im ersten Anlauf Nein, während das Stimmvolk das Projekt klar bejahte. Der gordische Knoten war geknüpft und wurde durch einen Nebenschauplatz – der bis zum Bundesgericht reichte – festgezurrt. Der Entscheid der Bergteiler, erneut über das Vorhaben abzustimmen, ist für die einen eine logische Konsequenz aus dem Beschluss der Gemeindeversammlung, für andere eine Zäsur im jahrhundertealten Vertragswerk über die Nutzung der Alpen, dem Taleinungsbrief. Was ist eigentlich demokratischer, den Entscheid der Mehrheit der Stimmbürger zu respektieren, oder das Nein der Grundeigentümer zu akzeptieren?

Die Debatte um möglichen Enteignungen von Landeigentümern sorgte weiter für Unmut. Damit aber würden die Jungfraubahnen einen Präzendenzfall in der Schweiz schaffen. Sicher ist: Einer Demokratie ist das hin und her auf mitunter tiefem Niveau nicht würdig. Raimund Rodewalds Vorschlag kommt daher zur richtigen Zeit: Noch ist nichts verloren, ein gut schweizerischer Kompromiss muss her, um den gordischen Knoten zu lösen. Ein stures Beharren der Parteien und ein erneuter Ritt durch alle Instanzen lässt nur verbrannte Erde zurück. Eigentlich geht es um nicht weniger als den des wichtigsten Erwebszweigs in Grindelwald; den Tourismus.

Berner Oberländer

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