«Das Vorhaben von Flixbus tangiert uns nicht direkt»

Oberland

Mit Flixbus ­sollen Touristen günstig ins Oberland transportiert werden. Eurobus will auch fahren – eine Konkurrenzsituation?

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Fix mit dem Bus vom Berner Oberland zum nördlichen Nachbarn: Das ist bald möglich, denn der deutsche Fernbusanbieter Flixbus erweitert sein Angebot um zahlreiche neue Ziele, wie das Unternehmen mitteilte. Davon liegen zwei im Oberland: Interlaken und Grindelwald.

Ab kommendem Freitag fahren demnach die ersten grünen Reisebusse Richtung Deutschland. Vorgesehen werden sechs Fernziele in Deutschland, von Interlaken aus zudem noch ein zusätzlicher Kurs nach München. Die Touristikverantwortlichen zeigten sich begeistert. Reisecars sind beispielsweise aus Interlaken nicht mehr wegzudenken: Die Gemeinde verzeichnete die letzten Jahre eine stete Zunahme von Bussen: An Spitzentagen verkehren bis 300 Reisecars auf dem Bödeli.

Innerhalb der Schweiz

Auch mit Bussen unterwegs ist die Firma Eurobus – aber sie bedient ein anderes Kundensegment, nämlich Fernbuslinien innerhalb der Schweiz. Unter anderem sind täglich zwei bis vier ­Verbindungen von Zürich nach Grindelwald und Davos geplant. Täglich bis zu sechsmal will Eurobus von Bern nach Montreux fahren. Ebenfalls vorgesehen sind Verbindungen nach Basel, Genf und ins Tessin. Das Unternehmen hat beim Bundesamt für Verkehr ein Konzessionsgesuch eingereicht.

Eurobus-Projektleiter Roger Müri: «Wir werden am 10. Juni dieses Jahres die für die Domo Swiss Express AG konzessionierten Linien in Betrieb nehmen.» Das zürcherische Unternehmen hatte selber beim Bund ein Konzessionsgesuch für nationale Fernbuslinien eingereicht.

Müri sagt weiter, der Prozess zum im Dezember 2017 beim Bundesamt für Verkehr eingereichten Konzessionsgesuch von Eurobus für weitere Fernbuslinien laufe nach wie vor. Man wolle ein für die Kunden, Regionen und Gemeinden attraktives Fernbusnetz etablieren, welches das bestehende ÖV-Angebot ergänze. «Dabei spielten die bereits konzessionierten Linien der Domo Swiss Express AG eine zentrale Rolle.» Er bezieht sich dabei auf eine kürzlich veröffentlichte Medienmitteilung.

«Effizient und bequem»

Zum neuen Angebot von Flixbus sagt Müri: «Flixbus will mit seinem Angebot Gäste aus dem Ausland an die Destinationen in der Schweiz bringen – und wieder ­zurück.» Als Anbieter von nationalen Fernbuslinien wolle man den öffentlichen Verkehr in der Schweiz weiter ergänzen und Personen innerhalb der Schweiz effizient und bequem zwischen den Halteorten befördern und an andere Transportnetze anbinden. «Insofern tangiert uns das Vorhaben von Flixbus nicht direkt.»

Berner Oberländer

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