Gstaad

Das Millionenchalet ist wieder zu haben

Gstaad Das Chalet des Immobilien-Tycoons Glenn Maud kommt abermals unter den Hammer. Der Brite konnte den geschuldeten Betrag nicht rechtzeitig überweisen.

Wer ein paar Millionen auf der hohen Kante hat, kann am 1. November in Thun mitbieten.

Wer ein paar Millionen auf der hohen Kante hat, kann am 1. November in Thun mitbieten. Bild: Fritz Leuzinger

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Der britische Immobilien-Spekulant und ehemalige Milliardär Glenn Maud ist seit Jahren in ­finanzieller Schieflage. Diese ­Lage war zuletzt so schief, dass die UBS die Zwangsversteigerung seines 12-Millionen-Chalet in Grund bei Gstaad forderte.

Beim Verwertungstermin ­Ende Juni schien es, als ob Maud seinen Kopf gerade noch rechtzeitig aus der Schlinge ziehen konnte. Überraschend tauchte sein Anwalt auf und machte ein Angebot über 11,67 Millionen Franken für das Haus. Weil er auch die nötige Anzahlung von einer halben Million Franken vorweisen konnte, war die Sache innert wenigen Minuten ­geregelt. Der neue Besitzer des Chalets hiess gleich wie der alte: Glenn Maud.

Neuer Termin im November

Jetzt nimmt der Fall aber erneut eine Wende. Das Millionenchalet ist gemäss dem «Amtsblatt des Kantons Bern» wieder zur Versteigerung ausgeschrieben – infolge «Zahlungsverzugs des Ersteigerers». Maud konnte offensichtlich die restlichen gut 11 Millionen Franken nicht rechtzeitig an die UBS überweisen. Auf den 1. November ist deshalb ein neuer Termin in Thun angesetzt.

Für die Behörden ist dies nicht gerade ein angenehmer Fall. Bei der Versteigerung im Juni musste Jörg Koch, der Dienststellen­leiter des Betreibungsamts Oberland-West, noch zugeben, dass sie keine Schlüssel zum Chalet besitzen. «Uns ist auch nicht bekannt, wo sich der Besitzer Glenn Maud aufhält», sagte Koch damals. Dieses Problem scheint immerhin geklärt. Mauds neue Zustelladresse befindet sich im noblen Londoner Notting Hill Quartier, in der Nähe des Hyde Parks.

Der libysche Investmentfonds

Glenn Maud zählte noch vor ­wenigen Jahren zu den reichsten Männern der Welt. Er kaufte während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008 mit ­seiner Firma im grossen Stil ­Immobilien von ins Wanken geratenen Banken. Diese Milliardeninvestitionen waren nur dank Zuschüssen von Geldgebern möglich. Weil viele dieser Spekulationen in die Hose gingen, stellen diese Geldgeber nun Forderungen gegenüber Maud.

Zuletzt waren in der englischen Wirtschaftspresse Berichte zu lesen, wonach Maud auch beim staatlichen libyschen Investmentfonds LIA über 17 Millionen Pfund in der Kreide steht. Der Brite hat also noch dringendere Sorgen, als sein Oberländer Chalet. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.09.2018, 18:42 Uhr

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