Das drittletzte Tor gemeistert

Ein Kommentar von Redaktor Samuel Günter über die Einigung der Parteien in Sachen V-Projekt.

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Es ist ein grosser Schritt für das V-Bahn-Projekt. Mit der Einigung zwischen den Jungfraubahnen und der Familie von Almen rückt der Spatenstich des Grossprojekts in greifbare Nähe. Aber Vorsicht. Schneesportler wissen: Auch wenn man das drittletzte Tor gemeistert hat, kann man immer noch einfädeln und ausscheiden.

Das Einlenken von Almens darf als Zeichen gewertet werden, dass die Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission einiges an Gewicht haben. Mit diesem Persilschein dürften wohl auch bald Natur- und Landschaftschützer einlenken. Nachdem sie – was ihr gutes Recht ist – verschiedene Kompensationen herausgeholt haben.

Den Stecker zu ziehen, dürfte ihn schmerzen.

Dass die Jungfraubahnen zu schmerzhaften Kompromissen bereit sind, zeigt der Verzicht auf das Snowpenair, in das CEO Urs Kessler seit nunmehr 20 Jahren persönlich viel Herzblut und Engagement steckt. Den Stecker zu ziehen, dürfte ihn schmerzen.

Doch die V-Bahn ist für die Zukunft des Unternehmens und die touristische Entwicklung der Region zu wichtig, als dass persönliche Empfindungen eine Rolle spielen dürfen. Dank der neuen Bahn werden Wintersportgäste deutlich schneller und bequemer auf die Piste befördert. Was im stark umkämpften, schrumpfenden Markt ins Gewicht fällt.

Natürlich dient das Projekt nicht allein dem Wintersport, sondern auch dem Sommertourismus und vor allem der Cashcow des Unternehmens – dem Jungfraujoch. Wenn diese von der V-Bahn nicht profitieren würden, wäre sie schlicht nicht finanzierbar.

s.guenter@bom.ch, Twitter: @Samuel_Guenter

Erstellt: 18.10.2017, 09:54 Uhr

Samuel Günter, Redaktor Berner Oberländer.

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