Diemtigtal

Damit die Axt bald wieder schwingt

DiemtigtalWenn am Wochenende die Baum­stämme fliegen und die Äxte geschleudert werden, dann sind wieder Highland Games im Rothbad.

Die Vorbereitungen auf die dritten Highland Games Rothbad im Diemtigtal laufen: Toni Gilgen bereitet den Untergrund für den Baumstammwurf vor. Holzschnipsel werden verteilt, damit die Wiese nicht zu sehr leidet.

Die Vorbereitungen auf die dritten Highland Games Rothbad im Diemtigtal laufen: Toni Gilgen bereitet den Untergrund für den Baumstammwurf vor. Holzschnipsel werden verteilt, damit die Wiese nicht zu sehr leidet. Bild: Claudius Jezella

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Rot sind sie, blau oder grün, die Karos mal gröber, mal feiner, mal kräftiger, mal dezenter. Noch sucht man sie vergebens, die Kilts – für den Aufbau der Highland Games ist erst einmal Arbeitskleidung angesagt.

Am Samstag wird man jedoch wieder eine ganze Reihe verschiedener Ausführungen der traditionellen Schottenröcke bewundern dürfen, wenn der kleine Sportplatz im Berner Oberland mit einem Mal in ein Heerlager im schottischen Hochland transformiert wird.

Die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gange und gehen zügig voran. «Wir haben mittlerweile einige Erfahrungen sammeln dürfen», sagt Toni Gilgen. Gemeinsam mit Stefan Neukomm, Nadine Schütz, Peter Weissmüller und dessen Tochter Flavia hat er den Verein 08/10/15 gegründet und die Highland Games Rothbad ins Leben gerufen, die in diesem Jahr zum dritten Mal im Diem­tigtal durchgeführt werden. 08/10/15? – «Das Gründungsdatum, aber der Name passt auch so ganz gut, schliesslich sind wir nicht so ganz 08/15», erklärt Gilgen augenzwinkernd.

Stefan Neukomm probiert schon einmal den Axtwurf aus. Bild: Claudius Jezella

Kein Stein im Banktresor

Doch bei aller Routine sei immer noch viel Improvisation dabei, meint Gilgen. Viel muss nach wie vor ausprobiert werden: Wie gross war noch mal der Abstand für den Axtwurf? Wie soll der Hindernisparcours genau aussehen? Welcher Stein eignet sich am besten zum Stossen? Hier wird kein Stein in einem Banktresor aufbewahrt, wie es beim Unspunnenfest in Interlaken getan wird.

Der letztjährige Wettkampfstein landete auf einem grossen Haufen, also wird für die Neuauflage der Highland Games eben ein anderer Brocken gesucht. Und der muss auch nicht allzu schwer sein. «Uns ist lieber, der Stein wird acht als drei Meter weit gestossen und jeder Teilnehmer schafft es, ihn zu werfen», erklärt Toni Gilgen.

Einzig den etwa drei Meter langen Baumstamm haben sie im Trockenen gelagert, damit er in diesem Jahr wieder in die Luft katapultiert werden kann. Damit es dabei keine zu grossen Löcher im Rasen gibt, wird der Boden präpariert. Auf Kunststoffplanen wird ein Untergrund aus Holzschnipseln geschaffen.

Noch Meldungen möglich

Sieben Disziplinen werden die Clans zu absolvieren haben: neben Steinstossen und Baumstammwerfen noch Ringwurf, Gewichthochwurf, Axtwurf, Hindernislauf und neu den Holzsprint, bei dem die starken Männer und Frauen Gewichte schleppen müssen.

Neu ist auch, dass erstmals eine Kinderversion der Highland Games mit den ungefährlichsten Disziplinen am Freitag durchgeführt wird. Start für die jungen Highlander der Jahrgänge 2003 bis 2011 ist um 13 Uhr. Und im Gegensatz zum Wettkampf der Erwachsenen sind hier auch noch Anmeldungen bis zum Wettkampfstart möglich.

«Uns ist lieber, der Stein wird acht als drei Meter weit gestossen und jeder Teilnehmer schafft es, ihn zu werfen.»Toni Gilgen, Verein 08/10/15, zum Vorteil leichterer Steine 

Für die regulären Highland Games Rothbad am Samstag von 9 bis 17 Uhr haben bereits 26 Clans à vier Personen ihr Kommen angekündigt, die meisten aus dem Diemtig- und Simmental, aber auch vom befreundeten Braveheart Clan aus Aarberg.

Mit den also mehr als 100 Teilnehmern stosse das Wettkampfgelände unterhalb des Restaurants Rothbad auf dem Weg nach Springenboden einfach an seine Kapazitätsgrenzen, meint Gilgen. Hinzu kommen nämlich noch eine Bar, ein Festzelt und die Zuschauer, im vergangenen Jahr waren es rund 200.

«Videobeweis nicht nötig»

Damit die Wettkämpfe in einem fairen Rahmen laufen, übernehmen die fünf Mitglieder vom Verein 08/10/15 die Funktion der Kampfrichter – dann übrigens wieder in ihren Kilts. «Ein Videobeweis wird wohl nicht nötig sein, obwohl einige schon mit viel Ehrgeiz dabei sind», sagt Toni Gilgen. «Aber am Abend beim Bier ist dann alles wieder in Ordnung.»

Anmeldung: tonigilgen@gmail.com (Berner Oberländer)

Erstellt: 12.07.2018, 10:17 Uhr

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