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Da kommen die Dampffans ins Schwärmen

Gestern Abend kehrte die nach dem Brand von 2013 totalrevidierte Tallok 208 der Ballenberg-Dampfbahn (BDB) aus dem Bündnerland in ihren Heimatbahnhof zurück. Hier warten noch Fertigstellungsarbeiten auf sie.

Die Tallok 208 der Ballenberg-Dampfbahn ist wieder zu Hause, im Hintergrund rechts sieht man die Kirche Goldswil.
Die Tallok 208 der Ballenberg-Dampfbahn ist wieder zu Hause, im Hintergrund rechts sieht man die Kirche Goldswil.
Guido Lauper

«Der Depotbrand in Interlaken-Ost der BDB-Dampfbahn in der Nacht auf den 16. November 2013 war ein absoluter Tiefpunkt in der Geschichte unserer lebendigen Museumsbahn», erinnert sich BDB-Verwaltungsratspräsident Hans Peter Maurer. Nebst dem Depot fielen auch die Adhäsionsmaschine G 3/4 208 und die Zahnradlok G 3/3 1068 dem Feuerteufel weitgehend zum Opfer (wir berichteten). «Lange schien ein Weiterbestehen der BDB mehr als ungewiss», sagt BDB-Verwaltungsratspräsident Maurer.

Trotz finanzieller Unsicherheiten und fast unüberwindbarer Hindernisse konnte das neue Depot im Mai 2015 eingeweiht werden. «Dank des grossen finanziellen Entgegenkommens unserer Lokomotivversicherer durften wir am 6. März 2015 unsere Lok G 208 in die Werkstätte der Rhätischen Bahn (RhB) in Landquart überführen und die Aufarbeitung nach den massiven Brand-, Löschwasser- und Witterungsschäden in Auftrag geben», freut sich Hans Peter Maurer.

In Landquart wiedergeboren

Der Lokomotivkessel, so etwas wie die Lunge der Dampflok, wurde in der Werkstätte von Demian Soder in Dintikon bei Lenzburg aufgearbeitet und Ende September 2016 nach Landquart transportiert. Nach der Instandstellung der einzelnen grossen Komponenten erfolgte der eigentliche Zusammenbau.

Am 29. August 2017 konnte die Lok 208 bei der RhB erstmals angeheizt werden und bewegte sich endlich wieder aus eigener Kraft. «Nach 956 Tagen aus­wärtigem Aufenthalt kehrte sie gestern auf das heimatliche Schienennetz in Interlaken zurück», sagt ein sichtlich erleichterter Verwaltungsratspräsident. «Für alle ein wirklich grosser Moment!»

Die Lok 208 sehe zwar bereits wie eine richtige und prächtige Dampflokomotive aus, ergänzt Hans Peter Maurer. Im eigenen Depot müssten aber noch Fahrwerk, Getriebe, Trieb- und Kuppelstangen aufeinander abgestimmt werden. Dann folgen weitere Fahrversuche. Und schliesslich wartet noch die Abnahme durch den Kesselinspektor.

«Mit der Rückkehr der Lok 208 in Interlaken-Ost ist ein wichtiges Zwischenziel erreicht.»

Hans Peter Maurer

Mit der Rückkehr der Lok 208 in Interlaken-Ost ist laut Hans Peter Maurer ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Als positiv nach dem Schrecken des Brandes bezeichnet er die Erkenntnis, «was für einen Schatz an historischen Verkehrsmitteln wir in unserer Obhut haben».

Es habe sich je länger, je mehr die Überzeugung durchgesetzt, «dass wir alles daransetzen müssen, um die noch existierenden Zeitzeugen der alten Brünigbahn zu einem ganzen historischen Ensemble zu vereinigen, also die Lokomotiven, Wagen, Drehscheiben, Wasserkräne, Lokremisen, Bahnhöfe». Deshalb seien die Lokomotiven 208 und 1068 unter Denkmalschutz gestellt worden. Die Lokomotive 1067 und die historischen Wagen würden ebenfalls folgen.

Sponsoren gesucht

So wie die 208 noch nicht einsatzbereit sei, so unvollkommen ­seien die Finanzen. «Die Lok ist noch nicht ausfinanziert», bedauert Hans Peter Maurer. «Bei Offerten von etwas über einer Million für Kessel und Lokomotive fehlen uns – trotz grossen Eigenleistungen – immer noch etwa 15 Prozent der Aufarbeitungskosten. Deshalb seien Verein und AG für jede finanzielle Unterstützung dankbar.

Vor dem Rücktransport der Lok 208 nach Interlaken-Ost war die 1068 auf die Reise in die RhB-Werkstätte geschickt worden. Mit dem Ziel, sie nach der Aufarbeitung im Sommer 2018 wieder über den Brünig verkehren zu lassen. Anschliessend ist die Totalsanierung der stillgelegten Schwesterlok 1067 vorgesehen.

www.ballenberg-dampfbahn.ch

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