Burger kündigen der Gemeinde

Wilderswil

In Wilderswil werfen sich Burger- und Einwohnergemeinde gegenseitig mangelnde Kommunikation vor.

«Wir sind erschrocken», sagt die Wilderswiler Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann zur Kündigung der Liegenschaften der Verwaltung (Archivbild).

«Wir sind erschrocken», sagt die Wilderswiler Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann zur Kündigung der Liegenschaften der Verwaltung (Archivbild).

(Bild: Fritz Lehmann)

Samuel Günter@samuel_guenter

Die Burgergemeinde kündigt der Einwohnergemeinde die Liegenschaften der Verwaltung, dies teilte der Gemeinderat Wilderswil am Dienstag mit. Die Kündigungsfrist beträgt ein Jahr. «Nach einer bisherigen Mietdauer von rund 55 Jahren erscheint dieser vorgängig nicht mündlich angekündigte Schritt doch sehr überraschend und nicht nachvollziehbar», heisst es in der Mitteilung. Und gegenüber dieser Zeitung meint Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann: «Wir sind erschrocken.» Die Kündigung sei mit der Sanierung der Liegenschaft begründet worden.

Zur Erinnerung: Vor wenigen Wochen stimmten die Wilderswiler dem Umzug der Gemeindeverwaltung in den dritten Stock des neuen Betriebsgebäudes zu. Dies sei frühstens im Spätherbst 2020 möglich.

«Niemand informierte uns»

Stefan Amacher, der interimistische Präsident der Burgergemeinde Wilderswil, auf der anderen Seite bemängelt die Kommunikation seitens der Gemeinde. «Niemand informierte uns. Was geplant wurde, mussten wir jeweils aus der Presse erfahren.» Der Gemeinderat von Wilderswil habe sich unfair gegenüber den Burgern als Vermieter verhalten. «Wenn ich in einer Mietwohnung lebe und plane, ein Haus zu kaufen, teile ich das dem Vermieter frühestmöglich mit. Das ist nur fair.»

Nägel mit Köpfen gemacht

«Die Burgergemeinde Wilderswil ist immer bereit, gute Lösungen mit der Gemeinde zu erarbeiten», erklärt Amacher. Aber nach dem Volksentscheid zum Betriebsgebäude habe man entschieden, Nägel mit Köpfen zu machen. «So, dass wir die Zukunft vernünftig planen können.» Amacher hält fest, dass die Türen der Burgergemeinde für konstruktive Gespräche offen seien.

Mehrere Treffen

Den Vorwurf der mangelnden Kommunikation spielt Marianna Lehmann umgehend zurück. Bisher habe das sehr gut funktioniert. Mehrmals jährlich habe sie sich mit dem bisherigen Burgerpräsidenten Ueli Vögeli getroffen, um sich auszutauschen. «Das letzte Mal im Februar. Da war die Verwaltung kein Thema», erklärt die Wilderswiler Gemeindepräsidentin. «Und über den Rücktritt Ueli Vögelis wurde der Gemeinderat nicht informiert.»

Mieterstreckung als Ziel

«Wir wollen nun das Gespräch mit den Burgern suchen, um uns auf eine Mieterstreckung zu einigen», erklärt Marianna Lehmann. «Es kann ja nicht die Idee sein, dass wir uns vor der Schlichtungsbehörde in Thun wiederfinden.» Allerdings sei man bereit – im Fall der Fälle – diesen Weg zu gehen.

Berner Oberländer

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