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Blockrampen bändigen Lombach

Im Unterlauf des Lombachs werden im Rahmen des Gewässerunterhalts Hochwasserschäden aus dem Jahr 2016 instand gestellt. Dabei werden über 100-jährige Holzquerschwellen durch aufgelöste Blockrampen ersetzt.

Gesteuert von Hans Mürner, ergreift der Bagger einen mehrere Tonnen schweren Naturstein und platziert ihn an der vorgesehenen Stelle. Im Lombach entsteht eine aufgelöste Blockrampe.
Gesteuert von Hans Mürner, ergreift der Bagger einen mehrere Tonnen schweren Naturstein und platziert ihn an der vorgesehenen Stelle. Im Lombach entsteht eine aufgelöste Blockrampe.
Ueli Flück

Ein Bagger steht im Lombach. Seine Greifer krallen sich einen schweren Felsbrocken nach dem andern, schwenken ihn durch die Luft und setzen ihn zentimeter­genau an die vorgesehene Stelle im Bachbett.

Im Bau ist eine so­genannte aufgelöste Blockrampe, bestehend aus unregelmässig platzierten Natursteinblöcken, wenn nötig eingebunden mit gerammten Eisenbahnschienen. Der Bagger verrichtet Schwerst-, der Baggerführer Hans Mürner Präzisionsarbeit. Die aufgelösten Blockrampen im Lombach ersetzen zum Teil über 100-jährige Holzquerschwellen.

Am 25. Juni 2016 sorgten 80 Millimeter Niederschlag innerhalb von 24 Stunden – 60 Millimeter allein zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens – für ein Lombachhochwasser mit einer maximalen Abflussmenge von 110 bis 120 Kubikmetern pro Sekunde.

Dies entspricht laut Fachleuten einem Hochwasserereignis von circa 80-jährlicher Ein­tretenswahrscheinlichkeit. Die Schutzbauwerke hielten dem Hochwasser stand, doch entstanden Schäden an der Ufersicherung und den Schwellen. Die Schadenprotokolle wiesen rund 20 Positionen auf.

An der Hauptversammlung der Schwellenkorporation Unterseen im April 2017 wurde für die Behebung der Schäden ein Bruttokredit von 440'000 Franken bewilligt. Im vergangenen Jahr wurden die Schäden zwischen der Mündung und dem Brawandsteg behoben, seit zwei Wochen sind die noch verbliebenen Arbeiten zwischen dem Brawandsteg und der Beatenbergbrücke im Gange.

800 Tonnen Natursteine

Zuerst wurde oberhalb des Brawandstegs eine aufgelöste Blockrampe, bestehend aus vier Querriegeln, gebaut und dann im ­Bereich Fischzucht/Steckweidli eine solche mit fünf Riegeln. Bevor mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte, wurde der Bach im Bereich der Baustelle von Fischereiaufseher Benjamin Gugger (Faulensee) ausgefischt: im untern Bereich (Brawandsteg) 22 und im oberen 66 Bachforellen. Das Wasser wurde während der Bauzeit in Rohren an der Baustelle vorbeigeführt.

Baggerführer Hans Mürner (Gerber + Troxler Bau AG, Interlaken) verbaute für die aufgelösten Blockrampen 800 Tonnen Natursteinblöcke aus dem Steinbruch Saxeten. «Der schwerste Brocken wog 7 Tonnen», verrät der Baggerführer.

Projektleiter Stefan Tschiemer (Mätzener & Wyss Bauingenieure AG, Inter­laken) weiss über die Kosten Bescheid: Gesamtkosten 200 000 Franken, 30 Prozent davon übernimmt der Kanton, von den verbleibenden 140 000 Franken gehen 60 Prozent zulasten des Renaturierungsfonds, sodass der Schwellenkorporation noch 56 000 Franken verbleiben.

Hans Peter Feuz, Präsident der Schwelli Unterseen, zeigte sich bei einem Baustellenbesuch sehr zufrieden und beeindruckt von der Präzisionsarbeit des Baggerführers.

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