Bligg: Vom Notnagel zum Wiederholungstäter

Bereits zum vierten Mal war Bligg als Hauptact am Touch the Mountains dabei. Vor seinem Auftritt erklärte er, weshalb er immer wieder gerne nach Interlaken kommt. Schon bald spielt er erneut im Oberland.

Bligg kommt immer wieder gerne nach Interlaken.

Bligg kommt immer wieder gerne nach Interlaken.

(Bild: Christoph Buchs)

Eine Stunde und zwanzig Minuten bevor Bligg die Bühne vor rund 30'000 Zuschauern betritt, ist ihm kaum Nervosität anzumerken. In der aktuell laufenden Tournee hat sich eine gewisse Routine eingespielt, sagt er in der Lounge des City-Hotel Oberland.

Dennoch mache sich jeweils kurz vor den Konzerten das Lampenfieber bemerkbar – auch nach zwanzig Jahren im Business. Das müsse so sein, sagt er. «Denn wenn ich nichts empfinde, kann ich ja aufhören, Musik zu machen.» Vier Konzerte stehen in der Tournee noch bevor. Das Touch the Mountains ist für den Rapper quasi ein Zwischenstopp.

Für Sido eingesprungen

Kaum ein Künstler kennt das Touch the Mountains so gut wie Bligg. Er spielt bereits zum vierten Mal hier. Sein erstes Gastspiel vor zehn Jahren war nicht geplant gewesen. Er sprang kurzfristig für den deutschen Rapper Sido ein. Damals hatte er gerade das Hit-Album «0816» herausgegeben. «Ich war damals noch in kleineren Gewässern unterwegs und kannte dieses Festival hier überhaupt nicht», so Bligg.

Das Publikum am Touch the Mountains 2019 wurde während Bliggs Konzert bestens unterhalten. Foto: Christoph Buchs

«Ich weiss noch, dass es meinem Manager sehr wichtig war, diese Möglichkeit wahrzunehmen.» Die Konzertbesucher feierten Bligg in der beissenden Interlakner Kälte. Für den Rapper war es Liebe auf den ersten Blick. «Gerade weil die Erinnerungen an dieses Konzert so toll waren, haben wir gerne zugesagt, ein weiteres Mal nach Interlaken zu kommen.» Auch 2011 und 2015 gehörte er zum Programm des Gratisneujahrskonzerts.

Der Stadtzürcher Bligg mag das Berner Oberland, hat zu dieser ländlichen Gegend einen stärkeren Bezug als man meinen könnte. René Schudel,ein langjähriger Freund, ist im Videoclip der aktuellen Single «Stammtisch» zu sehen. Auch den früheren Plüsch-Sänger Ritschi kennt er gut. Der gelernte Schreiner hat die hölzerne Bühnenkonstruktion für Bliggs aktuelle Tournee gebaut. Am vorgestrigen Auftritt war sie nicht dabei, weil die Bühne dafür zu klein war.

Bald in Zweisimmen

Bligg richtet gerne mit der grossen Kelle an. Seine Konzerte sind abendfüllende Shows mit vorgängigem Verpflegungsangebot in der sogenannten Stammbeiz und einer ausgedehnten Autogrammstunde und Party nach dem eigentlichen Konzert.

Mundartrapper Bligg war zum vierten Mal am Touch the Mountains. Foto: Christoph Buchs

Allerdings finden sich im Tourneeplan neben Zürich, Basel und Bern auch Konzerte in geradezu winzigen Ortschaften wie Kaisten im Kanton Aargau (2'700 Einwohner), wo die Bühne in einer Turnhalle aufgebaut wurde.

Dies ist bewusst gewählt, sagt Bligg. «Ich suche den Kontakt zu den Leuten, die sich für meine Musik interessieren.» Hier könne man sich auch mal Zeit für Gespräche mit den Fans nehmen. Auch das letzte Konzert der laufenden Tournee findet in einer kleinen Ortschaft statt. Am 26. Januar spielt Bligg in der Simmental-Arena in Zweisimmen.

Berner Oberländer

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