«Bitte informiert uns, und kommt uns mit Respekt entgegen»

Was beschäftigt die Bürger von Mitholz? Nach der Informationsveranstaltung sprachen wir mit einigen von ihnen. Dankbarkeit und Zweifel vermischen sich.

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Bruno Petroni

Walter Lüthi dankt den Regierungsvertretern «dafür, dass ihr uns informiert habt. Wir schätzen dies sehr, haben aber noch keine Fragen, denn wir sind gerade noch ein bisschen erschlagen von der Tatsache, dass ihr dies Jahrzehnte lang gewusst habt, uns aber nichts darüber gesagt habt. Wir haben auch beim Bau der Neat zur Genüge erlebt, dass man uns einfach nicht sagte, was uns erwartet, was zu Missverständnissen geführt hat.»

Lüthi richtet denn auch eine inständige Bitte an die Informanten: «Bitte informiert uns immer über jeden Schritt, und kommt uns mit Respekt entgegen. Das gilt auch für eure Nachfolger.» Regierungspräsident Christoph Neuhaus dazu: «Ich bin jetzt 28 Tage im Amt und habe gerade noch nicht im Sinn zurückzutreten. So kann ich dies auch versprechen. Sie können jederzeit auch persönlich an mich gelangen.»

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Bundesrat Guy Parmelin bekräftigt die Absicht, direkt mit den Einwohnern zu kommunizieren, um ihnen das Gefühl von Sicherheit zu geben; «denn Unsicherheit für Sie, das wäre das Schlimmste, was wir Ihnen antun könnten».

«Was mir merkwürdig erscheint, ist das ganze Rösslispiel: Dass sogar der Bundesrat persönlich erscheint, nur um zu sagen, es sei nicht gefährlich», sagt Peter Zumkehr. «Ich kann nicht abschätzen, was das Ganze nun bedeuten soll.»

Claudia Schmid gibt sich ziemlich gelassen: «Man hat ja gewusst, dass noch Munition vorhanden ist. Wir sind höchstens erstaunt über die grosse Menge, die noch da ist. Aber für uns ist das sicher kein Grund, unser Haus zu verkaufen.»

Ihre Schwiegermutter Dori Schmid: «Als ich das alles vernommen habe, war ich ziemlich aufgelöst. Trotzdem bin ich froh über die offene Information. Fragen kommen sicher später noch auf. Ich bin jetzt etwas beruhigt und kann sicher trotzdem schlafen. Ich vertraue den Behörden. Wir wollen es nicht dramatisieren, denn wir leben jetzt schon siebzig Jahre mit dieser Munition.»

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Heinz Rauber wundert sich, «dass das ganze jetzt derart plötzlich an die Öffentlichkeit kommt. Erst heute Morgen hatten wir das Infoblatt im Briefkasten.» Christoph Neuhaus dazu: «Wir haben auch erst Ende letzte Woche davon erfahren und wollten die Leute sofort informieren – ehe es zu ersten Gerüchten kommt.

Berner Oberländer

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