Bis nächstes Jahr, nehmt eure Zelte mit heim

Nathalie Günter, Redaktorin Berner Oberländer, zum Greenfield Festival

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Nathalie Günter@nathalieguenter

Mal ganz schwarz gekleidet, mit Ketten behangen oder dann mit farbigen, hochgestellten Haaren, zwischendurch laut grölend – der eine oder andere Greenfield-Besucher mag dem hiesigen Oberländer etwas «gfürchig» vorkommen. Das Bild des klassischen Greenfield-Besuchers täuscht komplett. Ein friedlicheres Publikum habe ich persönlich bisher an keinem anderen Festival gesehen. Das bestätigt auch die im Verhältnis zur Rekordbesucherzahl magere Polizeimeldung zu den letzten drei Tagen.

Ich war am Gurtenfestival, am Frauenfeld Openair, am Openair Gampel. Und über die Jahre auch immer wieder am Trucker- und Country-Festival. Die Unterschiede sind zuweilen frappant. Am Greenfield Festival sind die Leute hilfsbereit, friedlich. Am Trucker und Country zum Beispiel sind sie mitunter etwas angriffig, mal beleidigend. Immer wieder wird mir das im Gespräch – sei es mit Taxifahrern, Sicherheitsleuten oder Helfern – bestätigt.

Das Einzige, was mich an den Greenfield-Besuchern stört, sind die Unmengen an Plastikzelten, die zurückgelassen werden. Der Trend zum Luxus – Wohnmobile oder andere Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Gelände – wird dem zu wenig entgegenwirken. Die Verantwortlichen starteten dieses Jahr einen Versuch mit dem Verkauf von Kartonzelten. Diese werden nach dem Festival vom Hersteller recycelt. Und die Kartonzelte haben durchaus ihre Vorteile: Innen bleibt es dunkel und kühl – und sogar das Unwetter überstanden sie.

Ob das aber die Lösung ist, wird sich zeigen. Mehr Wirkung würde die Vermietung von Zelten bringen, statt dass die Besucher eigene mitbringen. Dazu ein Depot – wer das Zelt zurückbringt, kriegt auch das Depot zurück.

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