Bibliothek 2.0

Spiez

Seit Mittwoch können Leute ab zehn Jahren in der Bibliothek Spiez einmal pro Woche Workshops zu den verschiedensten Themen besuchen. Im Zentrum stehen dabei neue Medien.

Claudia Regez (links) und Melanie Schmid drehen einen Stop- Motion-Film mit Playmobil-Pferden.

Claudia Regez (links) und Melanie Schmid drehen einen Stop- Motion-Film mit Playmobil-Pferden.

(Bild: Irina Eftimie)

Wo geht man hin, wenn man einen 3-D-Drucker benutzen möchte? Wo kann man einen Kurzfilm mit Knetmasse und Playmobil-Figuren drehen? Und wo gibt es Virtual-Reality-Brillen zum Selbermachen? Seit Mittwoch ist das alles in der Bibliothek Spiez möglich. Mit dem Projekt «Maker Space» möchte das Bibliotheksteam aufzeigen, wie vielfältig ein Besuch in der Bibliothek sein kann und dass nicht immer nur Bücher ausgeliehen werden müssen.

«Die Workshops richten sich an alle, die etwas Neues ausprobieren möchten», sagt Dora Roth, eine der Leiterinnen des Projekts. «Unser Ziel ist vor allem auch, Interesse zu wecken und ein Angebot für Kinder und Jugend­liche ab zehn Jahren zu haben.» Jeden Mittwochnachmittag bis Ende Oktober haben alle Interessierten deshalb die Möglichkeit, beim «Maker Space» mitzumachen und vielleicht ein neues Hobby zu entdecken.

Neue Medien entdecken

Wie auch die Skillbörse ist der «Maker Space» aufgrund einer Ausschreibung des Kantons entstanden. «Die Bibliothek soll zum dritten Ort werden, das heisst, sie soll ein Ort werden, wo man sich gerne in seiner Freizeit aufhält», sagt Roth. Um mehr Leute anzulocken und den Ort Bibliothek als Aufenthaltsort beliebt zu machen, nutzen die Projektleiterinnen in Spiez ein Angebot der PH Bern. Aus diesem Grund werden zwei Posten, das 3-D-Drucken und das Trickfilmemachen, von Mitarbeitenden des Instituts für Weiterbildung und Medienbildung geleitet.

«Die Medien- und Materialkisten, wie zum Beispiel das 3-D-Drucken oder das Trickfilmstudio, können kostenlos ausgeliehen werden. Ausserdem können Ideensets zu den verschiedenen Themen von unserer Website heruntergeladen werden. Wir wollen damit zeigen, dass es keine Hexerei ist, neue Medien zu nutzen, und dass mit einfachen Mitteln viel erreicht werden kann», sagt Cornelia Epp­recht, wissenschaftliche Mitarbeiterin der PH Bern. «Vor allem Bibliotheken können so zeigen, was alles möglich ist. Wir hoffen, dass mit der Zeit unsere Anleitung nicht mehr benötigt wird und sich das Ganze weiterentwickelt.»

VR oder Stop-Motion?

Während der ersten Ausgabe des «Maker Space» waren besonders die 3-D-Drucker beliebt. Doch nicht für alle Teilnehmer des Workshops war diese Erfahrung komplett neu. «Ich habe schon etwas Ähnliches an einer Berufsausstellung gemacht», sagt der 12-jährige Valentin Seibel, der ein kleines Haus mit einem Turm designt und gedruckt hat. «Meine Mutter hat den Flyer mit nach Hause gebracht, deshalb habe ich davon gehört. Vielleicht komme ich ja noch ein weiteres Mal.»

Die beiden Geschwister Alice und Moritz Haller haben eher zufällig von dem Angebot erfahren, als sie einen Besuch in der Bibliothek machten. Die 12-jährige Alice entschied sich, selber eine VR-Brille zu basteln, die mit einem Smartphone und Youtube-Videos genutzt werden kann.

Ihr kleiner Bruder Moritz wollte lieber selber einen Film produzieren. Mit Playmobil-Figuren, einem Buch als Hintergrund und einem Boot aus Knetmasse drehte er einen Stop-Motion-Kurzfilm mit dem Namen «Die Thunerseepiraten». Er habe dies schon einmal zu Hause ausprobiert, dabei sei er aus dem Takt gekommen, «und da ist es mir verleidet», sagt der 10-Jährige. «Vielleicht werde ich es jetzt aber noch einmal ver­suchen.»www.bibliothek-spiez.chwww.phbern.ch/mediothek

Berner Oberländer

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