Besucher brechen alle Rekorde

Spiez

Mit 23 000 Besuchern in der soeben beendeten Saison 2017 verzeichnet das Schloss Spiez den grössten Aufmarsch aller Zeiten. Allein die Sonderausstellung mit Ernst Kreidolf zählte fast 14 000 Eintritte.

<b>Handschuhe unerlässlich:</b> Schlossleiterin Barbara Egli im vorsichtigen Umgang mit «Stillleben mit Flaschen» von Marguerite Frey-Surbek. Werke von der Künstlerin und deren Gatten Viktor Surbek werden 2018 an der zweiten Sonderausstellung zu sehen sein.<p class='credit'>(Bild: Guido Lauper)</p>

Handschuhe unerlässlich: Schlossleiterin Barbara Egli im vorsichtigen Umgang mit «Stillleben mit Flaschen» von Marguerite Frey-Surbek. Werke von der Künstlerin und deren Gatten Viktor Surbek werden 2018 an der zweiten Sonderausstellung zu sehen sein.

(Bild: Guido Lauper)

«Wir waren vom Besucherandrang überrascht», freut sich Schlossleiterin Barbara Egli. «Obwohl die Saison 2017 drei Wochen kürzer war, haben wir gegenüber dem Vorjahr von 16 500 auf 23 000 Eintritte zugelegt; 2015 waren es noch deren 13 000 gewesen.» Die Zunahme führt sie vorwiegend auf den Bekanntheitsgrad des Dichtermalers Ernst Kreidolf zurück.

Dort hatten sich die Besucherzahlen mit 14 000 gegenüber der Kirchner-Ausstellung vom Vorjahr verdoppelt.«Vor allem die Älteren kamen, weil sie seine Märchen kannten», sagt Barbara Egli, «dabei lernten sie den anderen Kreidolf mit seinen kritischen und zeitgenössischen Darstellungen aus dem Alltag der Kriegsjahre kennen.»

Viele Besucherinnen und Besucher seien dadurch auch erstmals ins Schloss gekommen und zeigten sich überrascht von den vielfältigen Angeboten. «Was uns wiederum für die Zukunft zugutekommt», ergänzt Egli. Als wichtige Gäste erwähnt sie die Asiaten, die mit rund einem Drittel der Eintritte den Besucherrekord relativieren.

Breite Unterstützung

Als nicht zu unterschätzenden Beitrag ans Gelingen der Sonderausstellung erwähnt die Schlossleiterin die Unterstützung durch den Verein Ernst Kreidolf, Bern, die Burger Bibliothek, Bern, und die freiwilligen Hüterinnen und Hüter. Geschätzt hätten die Gäste unter anderem auch den hindernisfreien Zugang mit dem im Frühjahr in Betrieb genommenem Lift.

Nebst den laufend steigenden Buchungen für Hochzeiten in Kirche und Schloss haben ebenfalls – zum Teil auswärtige – thematische Führungen und andere Angebote kräftig zugelegt. So liessen sich an der Derniere vom vergangenen Sonntag in der Schlosskirche rund 80 Interessierte vom Buch «Und was hat das mit mir zu tun?», das eine Familiengeschichte über ein Verbrechen im März 1945 aufarbeitet, in den Bann ziehen. Der international bekannte Journalist und Dozent Sacha Batthyany las selber daraus vor.

Neuschloss einrüsten

Soeben begannen die Bauprofis mit dem Einrüsten des Neuschlosses. «Während der Wintermonate ersetzen wir die Fenster und den Kalkverputz», begründet Barbara Egli den während Monaten sichtbaren Eingriff in das Erscheinungsbild der Schlossanlage. Dabei wird das historische Gemäuer eingehüllt: Das Gerüst wird mit wärmedämmenden Blachen eingepackt, weil für die Verputzarbeiten die Umgebungsluft temperiert werden muss.

Nichts mit Winterschlaf: Das Neuschloss wird seit Dienstag eingerüstet. Das Personal, im Bild Schlosswart Patrick Bürchler, bleibt auf Trab. Bild: Guido Lauper

Notfallmässig begonnen hat die Instandstellung eines Mauerabschnittes beim Brunnen vor dem Schloss. «Selbstverständlich haben wir den archäologischen Dienst beigezogen», sagt die Schlossleiterin, «bei historischen Bauten weiss man nie, was zum Vorschein kommt.»

Neu gestaltet wird im Winter auch das Vermittlungsatelier für Schulklassen und weitere Geschichtsinteressierte unter der Neuschloss-Terrasse. Dank der Beiträge der kantonalen Denkmalpflege und des Lotteriefonds kommt die Schlossstiftung laut Egli für Umbau und Renovation mit einer halben Million Franken finanziell über die Runden.

Am Karfreitag beginnts wieder

Bis zur Eröffnung der Saison 2018 am Karfreitag, 30. März, sollten die Bauarbeiten abgeschlossen sein. An Höhepunkten im nächsten Sommerhalbjahr weist Barbara Egli auf zwei Sonderausstellungen. Vom 30. März bis 3. Juni ist das Alpine Museum Bern (AMB) mit «Reklamekunst und Reiseträume» von Anton Reckziegel zu Gast. Trotz angekündigter Sparmassnahmen des Bundes beim AMB sei die Ausstellung gesichert, bestätigt Barbara Egli.

Surbek-Ausstellung

Die zweite Sonderausstellung vom 30. Juni bis 14. Oktober zeigt Bilder von Marguerite Frey-Surbek und ihrem Gatten Viktor Surbek. «Derzeit sind wir an der Auswahl von Gemälden und Grafiken aus der Schenkung an die Schlossstiftung und aus Privatbesitz», so Egli: «Das gibt Anlass, mit Forschen und Restaurieren die Sammlung noch besser kennen zu lernen.»

Am Einweihungstag der restaurierten Orgel im Mai im Rahmen der Schlosskonzerte 2018 stehen alle Altersklassen mit einem Familienkonzert im Fokus. Und am 1.und 2. Juni ist – gemeinsam mit der Uni Bern – bereits wieder Zeit für die nächste international bekannte «Spiezer Tagung». Dann unter dem Titel «Die grosse Welt kommt in die Berge, das Berner Oberland und die Entdeckung des Tourismus.»

www.schloss-spiez.ch

Berner Oberländer

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