Bei 700 Tagen begann die Uhr zu zählen

Interlaken/Grindelwald

Jetzt ist der Countdown für das V-Projekt auch optisch sichtbar – an insgesamt vier Werbestandorten. Und nach einer Pause über die Festtage werden die Bauarbeiten wiederaufgenommen.

Noch 700 Tage: François Thiébaud (l.) und Urs Kessler enthüllen die Countdown-Uhr beim Bahnhof Interlaken-Ost.

Noch 700 Tage: François Thiébaud (l.) und Urs Kessler enthüllen die Countdown-Uhr beim Bahnhof Interlaken-Ost.

(Bild: PD)

700 Tage, 13 Minuten, 33 Sekunden: So lange dauerte es noch bis zur Eröffnung der V-Bahn von Grindelwald Grund auf Eigergletscher, als am Montagmorgen Urs Kessler und François Thiébaud die Countdown-Uhr enthüllten. Der CEO der Jungfraubahnen und der Präsident von Marketingpartner Tissot hatten Behörden, Touristiker und Journalisten an den Interlakner Ostbahnhof geladen, um eine von vier dieser schwarzen Säulen einzuweihen.

Die drei anderen Exemplare stehen auf der Höhematte, in Grindelwald und auf der Kleinen Scheidegg. Sie sollen Werbung und Vorfreude machen auf den Start der neuen Luftseilbahn, des Eigerexpresses, am 12. Dezember 2020. Bereits ein Jahr zuvor soll die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen (GGM) eröffnet werden.

«Wer etwas will, der sucht Wege; wer etwas nicht will, der sucht Gründe»: Mit diesen Worten erinnerte Urs Kessler an die wechselvolle, auch von Einsprachen geprägte Chronologie des 470-Millionen-Projektes. Bisher seien 95 Prozent der gesamten Auftragssumme (exklusive Seilbahnen Garaventa) ausschliesslich an Unternehmen aus dem Berner Oberland vergeben worden.

40000 Kubikmeter Beton

Der Zeitplan für die Realisierung der V-Bahn ist sehr eng und ambitiös, wie Projektleiter Dominik Liener und Generalplaner Nils von Allmen anschliessend betonten. Nachdem über die Festtage eine Pause eingelegt worden ist, werden nun am Dienstag die Arbeiten wiedeaufgenommen. In Grindelwald Grund handelt es sich dabei vor allem um die zeitkritischen Betonarbeiten am Rohbau des Terminals, die bis Juli wegen der baldigen Inbetriebnahme der GGM abgeschlossen sein müssen. Schon etwas früher, im April, soll mit dem Bau des Parkhauses begonnen werden. Insgesamt werden bis zum Schluss rund 40'000 Kubikmeter Beton verbaut.

Ebenso muss im Winter die Logistik vorbereitet werden, damit im April das ganze Baumaterial von der Salzegg mit einer eigens dafür erstellten Transportbahn auf die künftige Bergstation Eigergletscher gefahren werden kann, deren Baustart ebenfalls auf April terminiert ist.

Apropos Eigergletscher: Hier gestalten sich die Arbeiten besonders spektakulär, wie Dominik Liener anhand von eindrücklichen Filmaufnahmen dokumentierte. Der Ausbruch einer rund zwei Dutzend Meter breiten, hohen und tiefen Kaverne, in der die Station gebaut wird, sei schon fast abgeschlossen, es fehlten nur noch rund 3 Meter. Der Felsabbau von total 27'000 Kubikmetern soll noch in den Wintermonaten beendet werden.

4 Stützen und 34 Masten

Von den 7 Stützen für den Eiger­express stehen bisher deren 3, bei der GGM hingegen noch keine. Hier sind 34 Masten geplant, die in rund 9 Meter Abstand zur bisherigen Linienführung erstellt werden und deren Fundamente alle schon einbetoniert sind. Die bisherigen über 50 Stützen werden nach Betriebsschluss vom 31. März rückgebaut, ebenso die Tal- und die Berg­station.

«Es geht mir gut, auch wenn ich manchmal eine gewisse Unruhe spüre», sagte Dominik Liener auf Anfrage zu seinem Gemütszustand. Er sei aber «sehr zuversichtlich, und es braucht halt auch eine gewisse Gelassenheit». Und mit Blick auf die Einmaligkeit des Riesenprojektes, an dem 220 externe Arbeiter mitmachen, ergänzte Nils von Allmen: «Die Motivation aller Beteiligten ist extrem hoch.»

Berner Oberländer

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