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«Beachsoccer’s coming home...»

Kick, Kulinarik, Kultur: Am Beachsoccer-Finalevent in Spiez war gar manches Trumpf. Kam die Veranstaltung mit ihren gegen 10'000 Besuchern einfach etwas zu spät?

Warm-up im Flutlicht: Vor  dem Länderspiel Schweiz - England werden in der Beach-Arena und im Angesicht des Bergfrieds von Schloss Spiez die beiden Hymnen  gespielt.
Warm-up im Flutlicht: Vor dem Länderspiel Schweiz - England werden in der Beach-Arena und im Angesicht des Bergfrieds von Schloss Spiez die beiden Hymnen gespielt.
Jürg Spielmann
Doch noch ein Pokal: Tehei Hauata, Angelo Schirinzi und Stephan Leu (v. links) von den Sable Dancers feiern den Sieg im Supercup. Der 43-jährige Schirinzi ist Kopf und Aushängeschild der Mannschaft. Er wird auch nächstes Jahr wieder dabei sein.
Doch noch ein Pokal: Tehei Hauata, Angelo Schirinzi und Stephan Leu (v. links) von den Sable Dancers feiern den Sieg im Supercup. Der 43-jährige Schirinzi ist Kopf und Aushängeschild der Mannschaft. Er wird auch nächstes Jahr wieder dabei sein.
Markus Grunder
Warm im Whirlpool: Die Spiezer Kinder Finn Wyder, Livia Scherrer (Mitte) und Naomi Amacher im wohlig-angenehmen Sprudelwasser.
Warm im Whirlpool: Die Spiezer Kinder Finn Wyder, Livia Scherrer (Mitte) und Naomi Amacher im wohlig-angenehmen Sprudelwasser.
Jürg Spielmann
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«God Save the Queen»: Die englische Hymne hallt ab Konserve durch die Bucht. Beschützt werden die Kicker aus dem Königreich im Anschluss freilich nicht: Die Strandfussballer von der Insel – im Alltag wie Captain Terry Bowes etwa Taxifahrer in London – kommen gegen die Sandgenossen bös unter die Räder. 8:3 heisst es am Schluss. Und das ist nicht mal eine Sensation. Denn anders als auf dem Rasen ist die Schweiz auf Quarz als Weltnummer 6 der Goliath. David England rangiert gerade mal auf Position 32

«Full House»– um in der Sprache der Gäste zu bleiben – herrscht am späten Freitag in der Beach-Arena. Deren Tribünen sind bis auf den letzten der 570 Plätze belegt. Viele stehen oder geben sich dem VIP-Bereich entsprechend wichtig. Organisator Stefan Seger von Spiez Marketing wird später von «3000 Besuchenden» sprechen. Und davon, dass bis am Sonntagabend, als die Chargers Baselland Schweizer Meister sind, «7000 bis 10'000 Besucher» die Bucht schmücken. «Rekord», frohlockt er. Eine exakte Zuschauerzahl lasse sich des freien Eintrittes wegen nicht definieren. «Es ist ein Kommen und Gehen.»

Einig sind sich alle, dass das Beachsoccer-Wochenende auch in der fünften Auflage (das dritte Mal als SM-Finale) eine «coole» Sache ist. Das nicht nur der Temperaturen wegen; die Bise lässt die Samba-Kicker zuweilen frösteln. Möglicher Grund dafür: Der Event geht heuer zwei Wochen später über die Bühne als in den Jahren zuvor. Zu spät, wie nicht wenige finden. «Wir haben nicht gross Möglichkeiten», sagt Stefan Seger. Da es mehr Ligastandorte gegeben und die WM in Portugal stattgefunden habe. «Wir werden auch 2016 dieses Datum ins Auge fassen.» Ein Grund dafür sei, dass man für August einen «sehr, sehr spannenden Anlass» an der Angel habe. Mehr will Seger dazu noch nicht sagen.

Spass haben offensichtlich alle – einige dreschen am Stand eines Sponsors für ein Präsent das Leder in die Maschen, Kinder tollen im Whirlpool herum. Schleckmäuler schlagen sich derweil am Foodfestival mit Exotischem, Veganem oder rosa Gebratenem die Bäuche voll, während der Frutiger Barde Nils Burri den Tom Petty macht und ohne Netz und doppelten Boden inbrünstig dessen «Free Fallin’» intoniert.

In der guten Stube bleibt das Volk nur am nassen Samstag. Sonntags tanzt in der Bucht der Bär. «Super», beschreiben die Foodstand-Betreiber den Ab- und Umsatz. «Glacenheit» der Gwatter Stiftung Pluspunkt hat am Sportwochenende gar eine Aktion am Laufen. Ihre mit Rugenbräu produzierte Bier- und Whiskyglace gibts zu 2Franken je 100 Milliliter. Auch das Tropenhaus setzt auf Rabatt: Kaviar «Made in Frutigen», 2 für 1, 40 statt 20 Gramm für ein «Füfzgernöötli».

Stefan Seger spricht von einer «guten, qualitativ hochstehenden Sache». Ohne Zwischenfälle. «Wir erhielten von Verband und Sportlern extrem gute Rückmeldungen.» Er glaube, man habe den Status als «Standort Nummer 1 im Land» festigen können. Wäre er Engländer, sänge er glatt: «Beachsoccer’s coming home»...

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