Ballenberg mit Geldsorgen zum Saisonstart

Hofstetten

Die Winterstürme haben Schäden und ein Loch von 100'000 Franken in der Kasse des Freilichtmuseums Ballenberg hinterlassen.

«Die Kuh ist los» heisst die Sonderausstellung im Jubiläumsjahr des Freilichtmuseums Ballenberg bei Brienz.

«Die Kuh ist los» heisst die Sonderausstellung im Jubiläumsjahr des Freilichtmuseums Ballenberg bei Brienz.

(Bild: Olaf Protze (Getty Images))

Eigentlich hätten die Verantwortlichen des Freilichtmuseums Ballenberg allen Grund zur Freude: Die Stiftung feiert dieses Jahr den 50. Geburtstag, und der Start in die Jubiläums­saison am vergangenen Wochen­ende hätte auch wettertechnisch kaum besser sein können. Aber der Ballenberg kommt finanziell einfach nicht aus den roten Zahlen. Zum Defizit von 950'000 Franken aus dem Jahr 2017 kommt nun noch ein unvorhersehbares Minus: Die Winterstürme haben Schäden an Wegen, im Wald und auf den Wiesen hinterlassen.

Damit diese behoben werden könnten, seien rund 100'000 Franken nötig, sagt Stiftungsratspräsident Peter Flück und bestätigt einen entsprechenden Bericht des «Blicks». Letzte Woche wurden deshalb Briefe an alle Gönnerinnen und Gönner des Ballenbergs verschickt. «Ich hoffe, dass wir den fehlenden Betrag durch Spenden zusammenbringen werden», sagt Flück. Frühere solche Aktionen hätten gezeigt, dass die Freunde des Museums grundsätzlich gewillt seien, den Betrieb auch finanziell zu unterstützen.

Kanton erhöht seinen Beitrag

Das Freilichtmuseum in Hofstetten bei Brienz wird auch von Bund und Kanton finanziell mitgetragen. Die Eidgenossenschaft zahlt dieses Jahr 450 000 Franken an den Betrieb – das sind 50'000 Franken weniger als im Vorjahr. Dafür hat der Kanton Bern seinen Beitrag verdoppelt und trägt in den kommenden drei Jahren jeweils 1,1 Millionen Franken bei.

Stiftungsratspräsident Flück ist froh und dankbar für die Beiträge von Bund und Kanton. Er sagt aber auch, dieses Geld sei für Unterhalt und Betrieb des Museums budgetiert worden. «Um alle Folgen der Stürme beseitigen zu können, müssen wir anderweitig Geld auftreiben.» Wenigstens die Schäden an den Häusern sind gedeckt. Diese übernimmt die Gebäudeversicherung des Kantons Bern.

Obschon der Stiftungsrat auch für das laufende Jahr noch einmal mit einem Minus rechnet, bleibt Präsident Peter Flück optimistisch: «Wir haben im Jubiläumsjahr Sonderausstellungen oder zusätzliche Attraktionen, von denen ich glaube, dass sie Gäste anziehen werden.»

Das Jahresthema im Ballenberg ist die Kuh. «Cool! Die Kuh ist los», heisst die Sonderausstellung, bei der man das Nutztier entdecken kann. Aber auch an-dere Bauernhoftiere können auf dem Ballenberg besucht werden – insgesamt 250 Rassen. Auf dem Foxtrail Rätsel lösen, selber schnitzen oder Brot backen sind Angebot, bei denen Gäste selber aktiv sein können.

Leitung geht in Klausur

Die Zahl der Besucherinnen und Besucher, die in den letzten Jahren stetig zurückging, sollte dadurch endlich wieder steigen, sagt Flück. Angepeilt werden 240'000 Eintritte. So könnten ab 2019 schwarze Zahlen geschrieben werden. Letztes Jahr kamen 197'000 Gäste in den Ballenberg.

Museumsleitung und Stiftungsrat werden sich diesen Sommer zu einer Klausur treffen und darüber diskutieren, wie das Freilichtmuseum erfolgreich in die Zukunft geführt werden soll.

Berner Zeitung

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